Burg Krumau vor dem Verfall gerettet: 950 Jahre steinerne Zeitzeugin

Erstellt am 13. August 2022 | 05:00
Lesezeit: 3 Min
Die Burg Krumau spielte historisch eine strategisch wichtige Rolle im Waldviertel. Landeshauptmann-Stellvertreter August Kargl initiierte 1959 eine Rettungsaktion.
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Ihre Geschichte reicht zurück bis ins elfte Jahrhundert: Neben den Burgen Aggstein und Dürnstein stand auch die Burg Krumau im Besitz der Kuenringer, ehe sie an die Babenberger ging.

Um 1150 entstand auf dem Krumauer Burgfelsen die erste aus Stein gebaute Festung. Der Standort war wegen des dort vorhandenen Übergangs über den Kamp von strategischer Bedeutung. Eine der wohl prominentesten Bewohnerinnen der Burg war Herzogin Margarete von Österreich, die 1266 auch dort starb (und in Lilienfeld beigesetzt wurde). Ihr Vater, Leopold VI., der Glorreiche, war der Gründer des Stifts Lilienfeld. Margaretes Großvater war Herzog Leopold V., der Richard Löwenherz 1192 auf Dürnstein festsetzte. Die Margarethenstraße in der Kremser Altstadt ist nach ihr benannt.

1276 fiel die Krumauer Burg an die Habsburger, die sie im Laufe der nachfolgenden Jahrhunderte immer wieder als „Pfand“ zum Lösen von Geldsorgen einsetzten. Am Fuße der Burg entstand bereits im elften Jahrhundert der Ort Krumau, der 1444 erstmals urkundlich als Markt erwähnt wird. Die Pfarre ist annähernd gleich alt wie die Burg selbst.

Häufige Besitzerwechsel prägten Burg-Geschichte

Die Geschichte der Festung auf dem Krumauer Burgfelsen war bis ins 20. Jahrhundert von häufigen Besitzerwechseln geprägt. Vom ehemals landesfürstlichen Stützpunkt, Verwaltungs- und Gerichtsmittelpunkt konnte sich die Burg den Wirren der Weltkriege nicht entziehen. Zur Weltwirtschaftskrise 1929 wurde sie sogar zwangsversteigert und gelangte ins Eigentum der Bratislava Erste Sparbank. Während der Nazi-Herrschaft ging die Burg an die Deutsche Heeresverwaltung. 1953 vernichtete ein Brand den Dachstuhl. Die Burg befand sich zu diesem Zeitpunkt in ruinösem Zustand.

Das Land NÖ kaufte die Anlage 1959 und rettete sie vor dem sicheren Zerfall. Landeshauptmann-Stv. August Kargl wollte die Burg zu einem Erholungsheim ausbauen, was aber nicht ausgeführt wurde. 1972 erwarb die Marktgemeinde Krumau das Areal und trieb die Sanierungsarbeiten voran. Wolfgang Jonke kaufte die Burg nur vier Jahre später der Gemeinde ab und baute sie unter großem Aufwand weiter aus. Mit der Linie der Familie Jonke, welche die Burg auch bewohnt, endet aktuell die 950 Jahre lange Besitzgeschichte.

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