Katze totgeschlagen und im Müll entsorgt. Zwei Katzen, eine Samtpfote noch lebendig, begrub Kremser unter 30 Kilo Mist. Für die grausame Tat setzte es Bewährungsstrafe.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 16. Januar 2018 (04:38)
Unter 30 Kilogramm Unrat begraben: Das schwarz-weiße Kätzchen überlebte nicht. Foto: Tierheim Krems
Tierheim Krems

„Ich hörte ein Wimmern aus dem Restmüllcontainer. Alarmiert begann ich, mich durch einen Berg an Unrat zu wühlen. Ganz unten fand ich dann einen Sack, aus dem ein leises Miauen zu hören war“, schildert eine Kremserin (30) im Zeugenstand ihren schrecklichen Fund in einer Landersdorfer Wohnhausanlage und berichtet mit stockender Stimme weiter: „Als ich den Sack öffnete, sah ich zuerst nur ein blutverschmiertes Fellbündel. Es waren zwei Katzen, die rot-weiße zuckte noch, und ich verständigte sofort die Tierrettung.“

Vom Freund vor vollendete Tatsachen gestellt

Ein Tier war tot, das noch lebende Kätzchen wurde verarztet und fand liebevolle Pflege und Unterkunft im Tierheim Krems.

Als Verantwortliche für die grausame Tat wurden ein 42-Jähriger und dessen damalige Freundin (25) ausgeforscht. „Ein Bekannter gab die Katzen zu mir in Obhut, dann hat er sie nicht mehr abgeholt. Er vertröstete mich immer wieder. Meinem Freund sind die Tiere auf die Nerven gegangen, aber ich fand keinen Platz für sie“, schildert die 25-Jährige vor Gericht. Sie beteuert, sie sei an der Tiertötung nicht beteiligt gewesen.

Der Freund habe sie vor vollendete Tatsachen gestellt. Das gibt der 42-Jährige auch zu: „Ich hab’s erschlagen. Es tut mir leid. Sie hat mir nur bei der Entsorgung geholfen. Dass eine Katze noch lebte, haben wir beide nicht gewusst.“

Der 42-Jährige wird wegen Tierquälerei zu einem Jahr auf Bewährung verurteilt. Die 25-Jährige, verteidigt von Eva Schmid-Strutzenberger, geht frei. Nicht rechtskräftig.