Krems: Zu viel Essen im Müll. 166 Tonnen an Lebensmittelabfällen landen in Niederösterreich täglich im Müll, das meiste im Restmüll.

Von Eva Hinterer. Erstellt am 16. Juni 2021 (05:12)
Lebensmittelverschwendung
NÖ Umweltverbände, Foto Oleksandra Naumenko/shutterstock.com; NÖN-Grafi:Bischof

In der Vorwoche hat die Bundesregierung die Einrichtung einer Koordinationsstelle zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen beschlossen. Damit soll gegen die enorme Verschwendung vorgegangen werden: Österreichweit landen jährlich bis zu einer Million Tonnen Lebensmittel im Müll.

Haushalte schmeißen am meisten weg

Allgemein machen die Lebensmittelabfälle in Österreichs Haushalten – also die Menge, die über Rest- und Biomüll, Kompost und Kanalisation entsorgt wird – mittlerweile mengenmäßig den größten Teil der Lebensmittelverluste aus. Ursachen sind vor allem mangelnde Einkaufsplanung, kurzfristige Lebensplanung, nicht sachgerechte Lagerung und Haltbarmachung und missverstandene Mindesthaltbarkeitsangaben.

Die EU-Kommission schätzt, dass auf EU-Ebene 53 Prozent aller weggeworfenen Lebensmittel auf das Konto der privaten Haushalte gehen.
30.000 Tonnen genießbarer Lebensmittel werden jährlich in NÖ weggeworfen: Das Wegwerfen in den Restmüll bewirkt jährlich die gleichen Treibhausgas-Emissionen wie zusätzliche 30.000 Autos auf Niederösterreichs Straßen.


„Lebensmittel werden mit viel Mühe und Ressourceneinsatz hergestellt, wir brauchen daher mehr Wissen und Wertschätzung“ LH-Stv. Stephan Pernkopf

Das Land NÖ hat daher Projekte zur Vermeidung gestartet: So setzt man vor allem bei den Jugendlichen an, für sie gibt es die APPetit-Schulstunde. Dabei wird Schülern ab 14 Jahren im Stil einer Quiz-Show Basiswissen zum Thema Lebensmittelabfälle vermittelt.

Des Weiteren wurde mit den NÖ Umweltverbänden im November das Koch.Kunst.Buch aufgelegt: Neben Rezepten zum kreativen Verwerten von Lebensmittelresten finden sich darin auch Tipps der NÖ Abfallberater zum Thema Lebensmittel.

Das Land NÖ beteiligt sich außerdem an dem EU-Projekt „CEWA“ der Universität für Bodenkultur, in dem das Vermeidungs-Potenzial von Lebensmittelabfällen in Haushalten erhoben wird. In der Diskussion zwischen Stakeholdern aus der NÖ Wirtschaft (Lebensmittelproduzenten, Handel, Gastronomie, Verpacker), Landwirtschaft, Forschung, Konsumenten und Medien sollen Lösungen gefunden werden, um Lebensmittelabfälle zu verringern.