Kurt Angerer ist nun der König des Rotweins. Winzer Kurt Angerer aus Lengenfeld siegte mit seinem Syrah bei der Falstaff-Rotweingala.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 03. Dezember 2019 (04:14)
Rotwein-Champion Kurt Angerer (Mitte) im Interview mit Falstaff-Chefredakteur Peter Moser und Herausgeber Wolfgang M. Rosam.
APA/Schedl

Die Falstaff-Rotweingala zeichnet Jahr für Jahr Österreichs beste Rote aus. Heuer ging der hochkarätige Event, bei dem der Falstaff-Rotweinguide – der Leitfaden für Rotweingenuss aus Österreich – präsentiert wird, zum 40. Mal über die Bühne. Nicht nur mit dabei bei der Jubiläumsveranstaltung, son dern auch höchst erfolgreich war Kurt Angerer.

Der Lengenfelder Winzer holte mit sensationellen 97 Punkten – nicht einmal der Sieger des Hauptbewerbes Gerhard Markowitsch aus dem Burgenland hatte so viele! – in der „Falstaff Reserve Trophy“ den Sieg. Rotweine, die frühestens zwei Jahre nach dem Erntezeitpunkt auf den Markt kommen, werden in dieser Kategorie ausgezeichnet.

Überraschend kommt der Triumph trotz Premiere für Bezirk nicht

Angerer ist der erste Winzer aus dem Bezirk Krems, der bei der renommierten Rotweingala gewonnen hat. Überraschend kommt der Triumph trotzdem nicht. Schon 2011 und 2012 erreichte Angerer 95 Punkte. „Das hat sich abgezeichnet“, reagiert der 48-Jährige selbstbewusst auf die Prämierung seines Syrah „RedGranite limited edititon 2015“, der sich unter 264 anderen eingereichten Reserveweinen durchsetzte.

Die Falstaff-Jury schmeckte bei einem Glas des edlen Tropfens mit 15 Volumprozent Alkohol „feine Nuancen von Lakritze und Feigen, einen Hauch von Nougat, schwarze Oliven, angenehme Edelholznuancen und kandierte Orangenzesten“ und bescheinigte ihm ein „großes Reifepotenzial“. Eine Flasche – insgesamt gibt es davon nur rund 700 – kostet 168 Euro. „National betrachtet wirkt das natürlich enorm hoch. Im internationalen Verhältnis ist das aber billig“, spricht Angerer von einem immensen Produktionsaufwand für den barriquegelagerten Wein.

Zugutegekommen sei ihm 2015 der äußerst warme Sommer, erinnert sich der 48-Jährige. Rotweine sind die großen Profiteure des Klimawandels, wenngleich von der Lengenfelder Riede „Kiesling“ und den 25 Jahre alten Reben, von denen der „RedGranite“ stammt, nicht jedes Jahr Weine in dieser Qualität zu erwarten seien. „Zwei bis drei Mal in zehn Jahren“, schätzt Angerer, der schon mit 14 Jahren seinen eigenen Weingarten hatte und 2008 mit dem elterlichen Betrieb fusionierte.

Wer seinen Syrah kaufen möchte, muss schnell sein. Es gibt davon ja nur rund 700 Flaschen.