Kremser Schindlegger kehrt zurück zu den Gastro-Wurzeln. Gastronom Harry Schindlegger als Zusteller von Burgern, Bowls und Co.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 24. März 2020 (04:40)
Der Chef als Lieferant: Harald Schindlegger versorgt Hungrige aus dem ganzen Bezirk mit Speisen aus dem „Schmid‘s“ und dem „Poldi Fitzka“.
Franz Aschauer

1986 startete mit dem „Mampf“ in der Mitterau die große gastronomische Karriere des Harald Schindlegger. Ein Lokal, dessen Lieferservice ein fixer Bestandteil des Geschäftsmodells war. 34 Jahre später kehrt der 56-Jährige gezwungenermaßen zu seinen Wurzeln zurück.

Im ganzen Bezirk unterwegs

Im „Schmid‘s“ kann man nach anfänglichen Schwierigkeiten seit Mitte vergangener Woche Burger, Bowls und Steaks nach Hause bestellen, seit Samstag wird auch Hausmannskost aus dem „Poldi Fitzka“ in der Landesgalerie geliefert.

Unterwegs sei man nicht nur in Krems, sondern im ganzen Bezirk, erzählt Schindlegger. Der Chef höchstpersönlich ist einer der Speisenboten – eine „Selbstverständlichkeit“ für ihn. Die wichtigsten Verhaltensregeln in diesen Zeiten: „Einen Meter Abstand zum Kunden halten und keine Berührungen.“ Außerdem werde das Kartenlesegerät – die Bezahlung erfolgt nur auf elektronischem Weg – nach jedem Kunden desinfiziert.

In der ersten Woche sei das Geschäft „gut gelaufen“, erzählt Schindlegger. „Man merkt, dass die Leute auf das gewartet haben.“ Es ist ein Hoffnungsschimmer für ihn, nachdem er vor knapp zwei Wochen seine rund 100 Mitarbeiter zur Kündigung angemeldet hatte. „Ich könnte mit der Aktion jetzt doch einiges an Personal länger beschäftigen.“

Das Kurzarbeitsmodell habe für ihn den einen oder anderen „Pferdefuß eingebaut“. Unterstützung gibt es für Schindleggers Lieferdienste übrigens von der Initiative „Energiewelle Krems“, die ein E-Auto für die Fahrten zur Verfügung gestellt hat.

„phone4you“ nur bei Anmeldung da

Einen Service der anderen Art bietet „phone4you“ an. Der Handyshop am Dreifaltigkeitsplatz hat zwar geschlossen, von Montag bis Freitag steht allerdings zwischen 10 und 13 Uhr für Notfälle von Privatkunden ein Mitarbeiter im Geschäft.

Für dringende Reparaturen können Handys etwa vor Ort abgegeben werden – allerdings nicht, ohne sich vorher angemeldet und das Gerät desinfiziert zu haben. Um direkten Kontakt möglichst zu vermeiden, soll nach Möglichkeit eine schriftliche Fehlerbeschreibung beigelegt werden.

In Anspruch genommen haben diesen Dienst bislang zwei Kunden, berichtet Geschäftsführer Bernhard Fürstner. „Vieles können wir glücklicherweise über das Telefon managen“, erzählt er. Von der aktuellen Krise sei sein Geschäft trotz des Einbruchs bei den Privatkunden „nicht wirklich betroffen“. „Die Firmenkunden sind das Hauptgeschäft geworden. Hier läuft die Versorgung aber ungebrochen weiter.“