Mautern an der Donau

Erstellt am 27. Juli 2017, 05:50

von Franz Aschauer

„Hotel ist große Chance“. Investorensuche für Hotel im Schloss ist im Laufen. Diskussionspunkte sind vor allem die Zukunft der Römerhalle und der 14 im Schloss wohnenden Mieter.

Das Schloss Mautern soll zu einem Hotel umfunktioniert werden.  |  Johann Lechner

Seit der letzten Gemeinderatssitzung vor der Sommerpause ist bekannt, dass in Mautern ein Millionenprojekt vor der Türe steht. Das altehrwürdige und denkmalgeschützte Schloss soll zu einem Hotel werden (die NÖN berichtete). Das Hotelconsulting-Unternehmen PKF ist derzeit im Dienste der Gemeinde auf Investoren- und Betreibersuche. Eine Frist für diese Suche wurde nicht gesetzt. „Bis zum Herbst wird sich jedenfalls nichts tun“, gibt ÖVP-Bürgermeister Heinrich Brustbauer bekannt.

Ein Name, der als möglicher Betreiber im Raum stand, ist Groß-Gastronom Harald Schindlegger. „Ich wäre für eine solche Lösung offen, glaube aber nicht, dass Schindlegger ein Hotel betreiben will“, so Brustbauer, der mit dieser Einschätzung auch völlig richtigliegt. „Es ehrt mich zwar, dass ich für so eine Aufgabe in Frage komme, ich bin mit meinen derzeitigen Projekten aber mehr als gut ausgelastet“, gibt Schindlegger bekannt.

Auch Verlust der Römerhalle?

Brustbauer sieht wie Parteikollege und Finanzstadtrat Karl Reder eine Nutzung des Schlosses als Hotel als „große Chance für Mautern“. Das Duo erhofft sich eine Attraktivierung des Ortes, eine Verbesserung der gastronomischen Möglichkeiten und zusätzliche Arbeitsplätze. Positiv sehen das Projekt auch die SPÖ und die Bürgerliste „Mautern anders“, deren Stadtrat Stephan Gruber allerdings für eine schnelle Klärung der rechtlichen Situation plädiert. „Die Investoren kommen schneller, als wir glauben.“

In einem ganz anderen Licht sieht FPÖ-Gemeinderat Anton Brustbauer die Hotel-Thematik. Er glaubt, dass der Verkauf des Hotels auch den Verlust der Römerhalle und des Standorts des Römermuseums inkludiert. „Im Wesentlichen wäre damit dann alles in einer Hand und das bereitet mir große Sorgen.“

FPÖ: „Projekt ist einfach viel zu unausgegoren“

Für Brustbauer stellen auch die 14 Bewohner der Gemeinde-Mietwohnungen im Schloss ein großes Hindernis für das Projekt dar. Für alle müsste eine Ersatzlösung gefunden werden. „Ich glaube nicht, dass Bewohner, die schon seit 30 Jahren da drinnen wohnen, ihr Zuhause verlassen wollen. Das gesamte Projekt ist für mich einfach viel zu unausgegoren.“ Brustbauer schlägt deswegen vor, das Schloss auf „mehreren Etappen moderat zu sanieren“.

Obwohl der ÖVP-Bürgermeister einräumt, dass das Projekt wirklich „noch unausgegoren ist“, kommt für ihn eine mehrstufige Sanierung nicht in Frage. „Das ist unmöglich finanzierbar.“ Die Befürchtung, die Römerhalle könnte mit dem Verkauf des Schlosses ebenfalls verloren gehen, hat Brustbauer nicht. „Wir wollen auf jeden Fall die Hoheit behalten.“ Auch über die Mieter macht sich Brustbauer keine Sorgen. „Ich glaube, dass alle bereit wären, bei einer angemessenen Ersatzlösung auszuziehen.“