Sperre von Kirschböckstraße „ist sinnvoll“. Wegen eines Wohnbauvorhabens ist die Kirschböckstraße für vier Monate total gesperrt. Die Opposition wittert Amtsmissbrauch.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 22. Mai 2020 (07:04)
Die Totalsperre der Kirschböckstraße (Hintergrund) in Mautern ist den Gemeinderäten Stephan Gruber (Mautern Anders, links) und Anton Brustbauer (FPÖ) ein Dorn im Auge.
Foto: Martin Kalchhauser

Entgegen eines einstimmigen Gemeinderatsbeschlusses vom Herbst hat ÖVP-Bürgermeister Heinrich Brustbauer die Kirschböckstraße bis 30. September für den gesamten Verkehr sperren lassen. FPÖ und Bürgerliste sehen darin einen Amtsmissbrauch.

„Ein 1,25 Meter breiter Fußweg, vor allem für Leute, die zur Ordination Katharina Mayers durchgehen wollen, sollte immer frei bleiben“, ärgert sich FPÖ-Mandatar Anton Brustbauer über die Sperre zwischen Weinberg- und Schillerstraße. „Für benachteiligte Bürger ist das unzumutbar.“ Als „Eigentor“ bezeichnet Mautern Anders-Gemeinderat Stephan Gruber, dass sich der Stadtchef einen Gemeinderatsbeschluss geholt habe, den er jetzt nicht vollziehe. „Dabei hätte der Bürgermeister 2019 ohne Beschluss entscheiden können!“

SPÖ-Verkehrsstadtrat Karl Schöller macht dem Bürgermeister die Mauer: „Wir haben uns das leider damals nicht genau angeschaut und jetzt feststellen müssen, dass sich das mit dem Gehweg nicht ausgeht.“ Man werde in der Sitzung am 28. Mai den alten Beschluss abändern. „Ich hätte mir das ganze Tamtam auch gerne erspart. Aber die jetzt gefundene Lösung – vier Monate Total- statt eineinhalb Jahre Teilsperre – sei „die sinnvollere Variante“.

Ähnlich argumentiert Bürgermeister Heinrich Brustbauer. „Es hat sich bei dieser Baustelle einiges geändert. Daher hat es eine Besprechung mit dem Bauträger SK-Immobilien und der Baufirma gegeben und danach mittels Umlaufbeschlusses (Verständigung aller Gemeinderäte, Anm.) die Entscheidung“, betont er. „Damit ist die Verkehrsbehinderung deutlich kürzer als geplant.“ Die Umleitung sei kein Problem, aus der schmalen Straße werde außerdem nach Fertigstellung des Wohnbauprojekts eine vollwertige Straße mit Gehsteig: „Die Situation dort verbessert sich sogar!“