Besitzerin drohte mit „Fleischhauer“ für eigenen Hund. Mit Tötung eines Tieres wird oft gedroht. Bulldoggenhündin Lilo bekam in Krems ein Notquartier.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 23. Juli 2019 (04:55)
Tierheim Krems
Die Bulldoggenhündin „Lilo“ erhielt im Kremser Tierheim ein neues Zuhause. Bevor sie einem neuen Besitzer anvertraut wird, wird sie aber noch tierärztlich versorgt.

Kein Gewissen zeigten eine Frau aus einem Ort der Gemeinde Heidenreichstein (Bezirk Gmünd) und ihr Begleiter, als sie ihre siebenjährige Französische Bulldoggenhündin Lilo loswerden wollten. Dass das Tierheim Krems derzeit keine Aufnahmekapazitäten hat, störte sie nicht.

Dem Ersuchen, die kleine Hündin noch einige Wochen zu behalten, erteilten sie eine Abfuhr und drohten mit dem sofortigen Einschläfern. Auf den Einwand einer Mitarbeiterin, dass dies kein seriöser Tierarzt tun würde, erwiderten sie: „Wir kennen auch einen Fleischhauer. Und notfalls fahren wir halt über die Grenze und lassen den Hund dort umbringen.“

Im winzigen Badezimmer bekam Lilo ein Notquartier – und konnte später immerhin ins Büro übersiedeln … Die Hündin, die ursprünglich aus Ungarn stammt, ist nicht korrekt registriert, unterernährt, leidet an einer massiven Ohrenentzündung und hat ein schäbiges Fell.

„Aufgrund der auffällig großen Zitzen ist anzunehmen, dass mit ihr gezüchtet wurde“, meint Andrea Specht, Präsidentin des Tierschutzverbandes NÖ. „Leider stehen Erpressungen wie diese, also mit der Tötung des Tieres, wenn wir es nicht sofort aufnehmen, fast schon an der Tagesordnung.“ Weil die Hündin überhaupt nicht korrekt versorgt wurde, hat das Tierheim Anzeige bei der Bezirkshauptmannschaft Gmünd erstattet.