Oster-Doku über Stephansdom von Kremser Regisseur. Unmittelbar bevor am Ostersonntag der Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn für ein großes TV-Publikum den Ostergottesdienst live zelebriert, wird auf ORF 2 der Dokumentarfilm „Mein Stephansdom“ von Robert Neumüller gezeigt.

Von Petra Vock. Erstellt am 09. April 2020 (17:44)

Die Dokumentation "Mein Stephansdom" des Kremser Regisseurs Robert Neumüller wird am Ostersonntag vor dem Gottesdienst mit Kardinal Christoph Schönborn auf ORF 2 ausgestrahlt. Die bewegende Hommage an den Dom und seine Menschen erreichte bei ihrer Erstausstrahlung am 7. April spätabends bereits 339.000 Zuseher.

Kurz vor Coronakrise gedreht
 

„Wir haben noch gedreht, ganz kurz bevor die Corona-Maßnahmen ergriffen wurden“, schildert Neumüller im Telefonat mit der NÖN. Der Filmemacher begleitete für das ORF-Format „kreuz & quer“ im Stephansdom die Vorbereitungen auf Ostern, etwa das Stimmen der renovierten „Riesenorgel“, die seit rund 30 Jahren nicht mehr bespielbar war und am Ostersonntag eingeweiht werden sollte. Aufgrund der Coronakrise musste die Orgelweihe jetzt zwar verschoben werden, der Dokumentarfilm konnte dennoch fast nach Plan fertiggestellt werden. Mit Ausnahme einer Szene: „Wir wollten noch drehen, wie die Firmlinge bei den Obdachlosen servieren. Das hat nicht mehr stattgefunden“, schildert Neumüller. 

Arbeiter und Gläubige im Mittelpunkt

Im Mittelpunkt des Filmes stehen die Menschen, die im Dom arbeiten und ihn als Gläubige aufsuchen – vom Kardinal bis zum Floristen, von den Erstkommunionkindern bis zu kranken alten Menschen. Sie erzählen, was sie in den Dom führt und was er für sie bedeutet. „Dieser Dom ist ein eigener Kosmos“, zeigt sich Neumüller von dessen Buntheit begeistert und möchte das Wahrzeichen von Wien, das jährlich Millionen Touristen anzieht, von einer weniger bekannten Seite zeigen. 

„Ein Highlight war Gery Keszler“ 

Was ihn bei den Dreharbeiten besonders bewegt habe? „Für mich persönlich ein Highlight war das Interview mit Gery Keszler, weil seine Lebensgeschichte für mich sehr berührend war“, sagt Neumüller über den Life-Ball-Begründer, der vor drei Jahren ein AIDS-Requiem im Stephansdom initiiert hat. 

"Unter dem breiten Dach ist für vieles Platz" 


„Unter dem breiten Dach des Stephansdoms ist für viele und vieles Platz“, betont Kardinal Schönborn. Gleichzeitig ist der Dom, der bei einem Brand 1945 schwer beschädigt wurde und an dessen Erhaltung ständig gearbeitet wird, eine Art Sinnbild für die Auferstehung. So wie der Christuskopf des Lettner-Kreuzes, der wie durch ein Wunder erhalten blieb – für Schönborn „eines der bewegenden Zeugnisse über die Geschichte des Doms“. 

„Mein Stephansdom – Wo sich Himmel und Erde berühren“ (Buch und Regie: Robert Neumüller): Sonntag, 12. April, 9.35 Uhr, ORF 2; abrufbar auch unter: tvthek.orf.at