Erstellt am 17. März 2013, 20:06

Milde Strafe für Gerichtsboss. 1,08 statt 1,8 Promille – was für ein Unterschied! Norbert Klaus kommt mit einer Geldbuße relativ glimpflich davon. Und er muss offenbar nicht vor den Strafrichter.

Amtseinführung Klaus v.l. Dr. Beatrix KARL, Hofrat Dr. Norbert KLAUS, Mag. Dr. Anton Sumerauer Foto: Brauner  |  NOEN
Von Udo Sagl und Jutta Hahslinger

KREMS |  Überraschende Wende in der Causa Norbert Klaus: Der Gerichtspräsident dürfte die peinliche Alkohol-Affäre rund um seinen Autounfall halbwegs unbeschadet überstehen.

„Das Verwaltungsstrafverfahren ist abgeschlossen. Ich habe eine Geldstrafe bekommen“, erklärt Klaus auf Anfrage der NÖN. Er bestätigt gleichzeitig Meldungen von Insidern, die berichten, dass aus den ursprünglich gemessenen 1,8 Promille plötzlich 1,08 Promille geworden sind.

Wie das möglich ist? „Nachtrunk“ heißt das Schlüsselwort. Wie berichtet, hatte der Gerichtsboss einen parkenden Wagen beschädigt. Ein Zeuge notierte sich die Nummer des flüchtenden Lenkers. Wenig später wurde Klaus zum Alkotest gebeten. Zu diesem Zeitpunkt soll er bereits daheim Hochprozentiges „nachgetrunken“ haben. Ein Gutachter rechnete zurück – und korrigierte den Alkoholwert auf 1,08.

Damit reduzierte sich der Strafrahmen von 1.600 bis 5.900 Euro und sechs Monaten Führerscheinentzug auf 800 bis 3.700 Euro und auf einen Monat Führerscheinentzug. Der Magistrat Krems hielt Klaus zusätzlich zugute, dass er ein „Ersttäter“ ist.

Deshalb kann Klaus nun auch in weiterer Folge mit Milde rechnen. Ulrich Leitner, Leiter der Medienstelle des zuständigen Oberlandesgerichtes Graz, bestätigt zwar, dass gegen Klaus ein Disziplinarstrafverfahren anhängig ist. Dieses orientiert sich jedoch nicht zuletzt an den verwaltungsrechtlichen Sanktionen. Und die sind eben harmloser als erwartet ausgefallen.

Die von der Polizei gegen Klaus erstattete Strafanzeige („Gefährdung der körperlichen Sicherheit“) dürfte überhaupt ohne Folgen bleiben. Mediensprecher Reinhard Hinger vom Oberlandesgericht Wien: „Es ist kein gerichtliches Strafverfahren gegen Klaus anhängig!“ Damit wird dem Präsidenten und Richter der Gang vor den Richter erspart.
Übrigens: Die genaue Höhe der Geldstrafe ist laut Behörde „Amtsgeheimnis“.