Langenlois trifft Vorsorge fürs Trinkwasser. Um die Trinkwasserversorgung auch in Zukunft zu sichern, werden Brunnen, Leitungsnetz und Nebenanlagen ständig erneuert bzw. auch neu errichtet.

Von Gertrude Schopf. Erstellt am 01. Januar 2021 (05:57)
In der modernen Wasseraufbereitungsstraße im städtischen Wasserwerk: Stadtrat Thomas Redl und Wassermeister Martin Berner.
Johann Lechner

Einen Zehn-Jahres-Plan verfolgt die Stadtgemeinde, um die Wasserversorgung auch in Zukunft in gewohnter Weise sicherzustellen: „Wir werden bis 2029 14 Mio. Euro investieren, die in die Erhaltung, Sanierung und den Bau einiger notwendiger neuer Objekte fließen“, informiert Wasser-Stadtrat Thomas Redl.

Sondierungsbohrungen für nutzbare Quellen

Derzeit ist es so, dass das Trinkwasser für die Großgemeinde aus insgesamt 12 Brunnen kommt, die hauptsächlich aus Grundwasser des Kamp-Begleitstroms gespeist werden. Schiltern, Reith und Mittelberg betreiben eigene Brunnenanlagen.

In Zöbing und Gobelsburg bestehen Brunnen, die zurzeit nicht genutzt werden. Alle Orte sind mittels Ringwasserleitung miteinander verbunden, sodass auch bei einem Defekt oder in wasserknappen Zeiten das kostbare Nass überall im Gemeindegebiet verfügbar ist.

„Teilweise muss Wasser auch aufbereitet werden, wenn beispielsweise zu viel Eisen/Mangan enthalten ist“, wartet laut Redl der Gobelsburger Brunnen auf eine solche Aufbereitung, dann soll er in den nächsten Jahren reaktiviert werden. Immer wieder einmal gibt es Sondierungsbohrungen, um zu eruieren, wo nutzbare Quellen sein könnten.

Investitionen müssen durch Gebühren abgedeckt werden

Weiters werden/wurden bei den bestehenden Brunnen Drucksteigerungs- bzw. -verminderungsanlagen, Hochbehälter und/oder Pumpstationen errichtet. In der Hauptanlage des städtischen Wasserwerks wurden in den Vorjahren zwei moderne Aufbereitungsstraßen errichtet. Derzeit ist ein Tiefbehälter in Bau, der als Puffer während des Aufbereitungsvorgangs Wasser aufnehmen kann.

Die Investitionen in die Wasserversorgung müssen (neben einer derzeitigen Förderung von 22 Prozent) durch die Gebühren abgedeckt werden. Eine „Anpassung“ tritt daher mit Jahresbeginn in Kraft: Die Bereitstellungsgebühr wird von 20 auf 23 Euro und die Wasserbezugsgebühr von 1,55 auf 1,79 Euro pro Kubikmeter erhöht. „Wir liegen damit im Durchschnitt im Vergleich zu den umliegenden Gemeinden“, führt Redl etwa die Gebühren in Lengenfeld (20/1,75), Gföhl (35/2,17), Straß (20/2,99) oder Krems (10,54/ 1,76 Euro) an.

„Zehn Liter aufbereitetes Trinkwasser kosten bei uns somit etwa 2 Cent“, rechnet Redl vor. „Je mehr Katastralorte eine Gemeinde besitzt, desto kostenaufwendiger ist naturgemäß die Wasserversorgung“, ergänzt Bürgermeister Harald Leopold.

Eine wichtige Orientierungshilfe bei den künftigen Investitionen bietet der digitale Leitungskataster, der in den vergangenen sechs Jahren abschnittsweise um bislang etwa 1,5 Mio. Euro erarbeitet wurde (und noch vervollständigt wird). Er umfasst alle Wasser- und Kanalleitungen in der Großgemeinde (insgesamt etwa 240 Kilometer), alle Hausanschlüsse und Nebenanlagen, die begutachtet, vermessen, drucküberprüft, mit Kamera befahren und schlussendlich dokumentiert wurden.