Stadtbus-Werbung ärgert FPÖ in Krems. Social-Media-Kurzfilme, Namenswettbewerb und Co. kosten 40.000 Euro. Zu viel für die Freiheitlichen.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 06. Mai 2021 (05:11)
40.000 Euro Marketingkosten für den Stadtbus. Mit dem Beschluss im Gemeinderat startet der zweite Teil der schon im Vorjahr auf den Weg gebrachten Werbekampagne.
Johann Lechner, Johann Lechner

Der Stadtsenat hat in seiner Sitzung am vergangenen Mittwoch Marketinggelder für den Stadtbus genehmigt. Insgesamt werden 40.000 Euro für eine Werbekampagne investiert. Knapp ein Viertel davon verschlingen Kurzfilme für soziale Medien, die Strategie- und Konzeptplanung kostet 5.000, ein Namenswettbewerb 3.000 Euro. Knapp 7.000 Euro der Kosten refundiert das Land.

„Das neue Stadtbussystem ist eine Errungenschaft für Krems und macht den städtischen öffentlichen Verkehr fit für die nächsten Jahre. Mit einstimmigen Beschlussfassungen wurden im Vorjahr nicht nur die erforderlichen Infrastrukturmaßnahmen auf den Weg gebracht, sondern auch die begleitende Informations- und Marketingkampagne, die von Beginn an zweistufig geplant war, nämlich zunächst mit einem ersten Teil rund um den Betriebsstart und die ersten Betriebsmonate“, erklärt Baudirektor Reinhard Weitzer.

Mit dem Stadtbus zu Treuepunkten in App

Nun starte der zweite Teil, der dem Motto „Von Tür zu Tür“ folge und Zielgruppen über verschiedene Medienkanäle spezifisch ansprechen soll. Die Kampagne verschränke die jeweiligen Möglichkeiten. „Beispielsweise können unter dem Aufhänger ‚Mit dem Chauffeur zum Shopping‘ demnächst digitale Treuepunkte in der Krems Bonus App gesammelt werden“, führt Weitzer aus.

Ganz und gar nicht einverstanden mit der zweiten Tranche an Werbekosten für den Stadtbus ist FPÖ-Stadträtin Susanne Rosenkranz. „Das bisherige Marketing war meines Erachtens ausreichend. Ganz Krems hat verstanden, dass es jetzt einen neuen Bus, mit neuer Linienführung, Haltestellen und Taktung gibt. Das weitere – wohl unbeabsichtigte – Marketing nach der Einführung im Dezember fand über die Medien statt.“

Die Freiheitliche spricht damit auf die zahlreichen Unternehmer, Politiker und Privatpersonen an, die wegen des vermeintlich zu breit geratenen Busses Kritik geübt hatten. „Wer jetzt nicht weiß, dass es einen neuen Bus gibt, wird es auch in Zukunft nicht verstehen – mit und ohne fokusspezifischem Kurzfilm“, meint Rosenkranz.

Ihr sei auch schleierhaft, welche Zielgruppe angesprochen werden soll. „Die Fahrgästezahl ist derzeit überschaubar – aber ich glaube kaum, dass es hier Steigerungen geben wird, wenn man den Bus neu fotografiert oder ihm einen Namen gibt.“

Verkehrsstadtrat Alfred Scheichel (SPÖ) wollte sich mit Verweis auf den Beschluss in einer nicht-öffentlichen Stadtsenatssitzung nicht zu der Kritik äußern.