Kremser Cocktailbar mit minus 85 Prozent bei Umsatz. Shishabar „Keyif“ und Cocktailbar „Johnny Darling“ blicken finanziell in ungewisse Zukunft.

Von Johannes Mayerhofer. Erstellt am 27. November 2019 (12:28)
„Bisher war es immer voll bei uns“: „Keyif“-Betreiber Ismet Avci.
Foto: Johannes Mayerhofer

„Wir haben 70 Prozent unseres Umsatzes mit Shishas gemacht“, erzählt Ismet Avci. „Die sind jetzt natürlich weg.“ Der Leiter der ehemaligen Shisha-Bar „Keyif“ ist naturgemäß Kritiker des Rauchverbotes. Mit dem Wochenendgeschäft komme noch einiges herein, aber durch die Umsatzeinbußen habe man sich schon von einem Mitarbeiter verabschieden müssen. Insgesamt gibt es in der „Keyif“-Bar fünf Mitarbeiter.

Auch bei „Johnny Darling“ sieht die Lage nach knapp einem Monat Rauchverbot nicht gut aus. „Wir haben ein Minus von 85 Prozent“, erklärt Lokalbetreiber Alexander Adler. Er betont zwar, dass sein Lokal eine Cocktail- und keine Shishabar ist, dennoch: „Die Leute sind eben sehr häufig gekommen, um hier zu rauchen.“

In Wien versuchten bereits mehrere Shishabars das Rauchverbot zu umgehen, indem sie Hinterzimmer oder angemietete Zimmer als „Vereinsräumlichkeiten“ mit Shishakonsum anboten. Als „Vereinsmitglied“ dürfe man die Räume betreten und dort rauchen. Allerdings dürfe es sich bei den Räumlichkeiten um keine Konsumzone handeln, wo etwa Getränke oder Speisen angeboten werden. Die Aktion wurde bereits vom Wiener Marktamt als illegal kritisiert. Diesbezüglich gehen die Meinungen der Kremser Lokalbesitzer Avci und Adler auseinander. Während Avci unter Berufung auf den Anwalt Gabriel Lansky meint, diese Praktik sei legal, distanziert sich Adler davon. Beide stellen aber fest: „So eine Vorgehensweise war nie Thema in meinem Lokal.“ Im März wird höchstgerichtlich entschieden, ob der Klage des österreichischen Shishaverbandes gegen das Rauchverbot zugestimmt wird oder nicht.

Wie geht es bis dahin in Krems weiter? „Wir haben zum Glück Ersparnisse und können uns eventuell bis März über Wasser halten“, meint Avci. Adler hält sich bedeckt, ob das „Johnny Darling“ eine neue Ausrichtung bekommt, und hofft auf Klarheit im März.