Kremser Sportwissenschafterin Birgit Eischer: „Ziel entscheidend“

Kremser Sportwissenschafterin Birgit Eischer erklärt, was bei Sport und Training zu beachten ist.

Erstellt am 12. Januar 2022 | 04:24
Lesezeit: 2 Min
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Birgit Eischer, Sportwissenschafterin: „Proteine nach Training zuführen!“
Foto: privat

NÖN: Wie können Ausdauer- und Kraftsport gut kombiniert werden?

Birgit Eischer: Beim Ausdauersport werden vor allem die schlanken, langsam zuckenden Muskelfasern angesprochen, beim Krafttraining sind es eher die dickeren, schnell zuckenden. Das Trainingsziel ist also die grundsätzliche Fragestellung. Auch die Genetik gibt vor, in welcher Richtung die Talente liegen. Für den Gesundheits- und Fitnesssportler gilt es, beide Trainingsarten auszuüben. Dem Herzkreislaufsystem nutzt vor allem das Ausdauertraining, der Muskulatur das Krafttraining. Bei Kombination gilt: Kraft- vor Ausdauertraining.

Wie geht richtiges Dehnen?

Eischer: Dehnen wird häufig vernachlässigt. Es gibt verschiedene Arten mit unterschiedlichen Zielen. Das Ziel des Dehnens ist auch hier die Grundfrage. Schwunghaftes, wippendes Dehnen kann vor einem Wettkampf nach einem lockeren Aufwärmen eingesetzt werden und bewirkt eine Vorinnervation des Muskels, ich kann also spritziger starten. Langes, ruhiges Dehnen wiederum kann nach einem lockeren Training zum Senken des Muskeltonus zum Einsatz kommen. Dehnen in Verbindung mit Schwunggymnastik verbessert die Beweglichkeit.

Sport auf leeren Magen?

Eischer: Ein leichtes Frühstück vor dem Sporttreiben ist förderlich, da der Stoffwechsel in Gang kommt und der Körper mit Nährstoffen und Energie versorgt wird. Es kommt aber wieder auf das Ziel des Trainings an. Mache ich nur einen kurzen, lockeren Lauf zum Aufwachen, kann man das auch ohne Frühstück machen. Wird das Training länger, intensiver, müssen erst die Speicher gefüllt werden. Intensives Nüchterntraining ist mit großer Vorsicht einzusetzen und kann etwa das Immunsystem schwächen.

Soll man vor oder nach dem Training Proteine zuführen?

Eischer: Proteine sind Bausteine unserer Zellen und werden zu deren Aufbau und Reparatur benötigt. Ausreichend Proteine sind notwendig, um Muskeln zu erhalten und neu zu bilden. Wichtig ist, dass der tägliche Gesamtproteinbedarf ausreicht. Dieser hängt stark von der Trainingsart ab. Die Proteinsynthese ist in der ersten Stunde nach dem Training am größten. Da sollte man proteinreiche Nahrungsmittel essen. Fettarme, hochwertige Eiweißquellen wie mageres Fleisch, Milchprodukte, Eier, Soja, Hülsenfrüchte eignen sich. Vorsicht vor Proteinpulver/-riegel. Sie enthalten oft viele Extra-Kalorien. Besser ist eine Kombination natürlicher Nahrungsmittel wie Kartoffel mit Ei oder Haferflocken mit Milch. Hier ist die biologische Wertigkeit sehr hoch, das Eiweiß kann hier sehr gut aufgenommen werden.