DAC soll „Buntheit“ der Wachau abbilden. Gesetzliche Verankerung des Herkunftsschutzes auch im Weinbaugebiet Wachau. Große Vielfalt bei den erlaubten Rebsorten.

Von Gertrude Schopf. Erstellt am 08. Oktober 2019 (04:18)
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Die DAC-Verordnung für die Weinbauregion Wachau hat Toni Bodenstein mit seinem Team des Regionalen Weinkomitees ausgehandelt.

Lang wurde diskutiert, nun ist das Projekt eingereicht, vom Nationalen Weinkomitee beschlossen und wird wohl auch Gesetz werden (wahrscheinlich aber erst von der neuen Regierung): Die Weine des Weinbaugebietes Wachau (1.340 Hektar) sollen künftig, wie in mittlerweile 13 österreichischen Weinbaugebieten Usus, mit der Bezeichnung DAC (Districtus Austriae Controllatus) versehen werden. „Damit ist der geografische Herkunftsschutz bis in die kleinste Einheit, die Riede, gesetzlich abgesichert und verankert“, erklärt Anton Bodenstein, Winzer aus Weißenkirchen. Er steht als Obmann an der Spitze des elfköpfigen Regionalen Weinkomitees Wachau, das die Grundlagen für das regionale DAC-System erarbeitet und die Verhandlungen geführt hat.

Eingeführt wird das Pyramiden-System (wie in anderen DAC-Regionen). Anders und einzigartig ist die Vielfalt der geschützten Rebsorten: Während in der (obersten) Kategorie der Riedenweine nur die Rebsorten Grüner Veltliner und Riesling (sie machen 75 Prozent der Weinbaufläche aus) als „Wachau DAC“ abgefüllt werden dürfen, sind bei den Gebietsweinen dazu noch Weißburgunder, Grauburgunder, Chardonnay, Neuburger, Muskateller, Sauvignon blanc und Traminer erlaubt.

Fast alle in der Wachau vorkommenden Rebsorten, darunter etwa auch die Rotweinsorten Blauer Burgunder, St. Laurent und Zweigelt, dürfen mit dem Zusatz DAC Wachau versehen werden. „Die Buntheit der Wachau soll sich auf dem Etikett widerspiegeln dürfen“, sagt Bodenstein. „Das ist vor allem für die kleineren Betriebe wichtig, deren Sortenvielfalt vielfach größer ist.“ Einzig die Sorten Müller Thurgau und Frühroter Veltliner dürfen zwar zur Erzeugung verwendet (verschnitten), am Etikett jedoch nicht angegeben werden. „Es sind dies Sorten, die in der Wachau nicht mehr richtig gut gedeihen“, argumentiert Bodenstein.

Handlese in der Wachau ein „Selbstverständnis“

Viel Gesprächsstoff bot im Vorfeld auch die Handlese der Trauben – sie stand unter anderem bei Großwinzer Sepp Dockner aus Höbenbach in der Kritik. „Die Wachau ist eine Weinmanufakturregion. Die Handlese zählt zum Selbstverständnis der Winzer. Auch andere DAC-Gebiete, beispielsweise in der Steiermark, haben diese Vorschrift gesetzlich verankert“, hat in diesem Punkt das Komitee nicht nachgegeben. Was Winzern wie Dockner (oder auch anderen Weinhauern aus den Weinbau-Nachbarregionen Kremstal oder Traisental) gestattet wird: Wenn sie Weingärten im Gebiet Wachau (beispielsweise in Mautern) besitzen, dürfen sie die als DAC Wachau vermarkten. Obwohl einer der DAC-Grundsätze lautet: Produktion und Verarbeitung müssen in der Wachau bleiben.

„Es ist dies eine prägende Weichenstellung für die künftige Entwicklung des Wachauer Weinbaus“, konnte Bodenstein nach vielen Diskussionen die Vinea-Winzer von der Sinnhaftigkeit der gesetzlichen Absicherung überzeugen. Es sei auch kaum eine Umstellung: Auf der Rückseite der Etikette stehe dann eben das DAC vor der Regionsbezeichnung. Für den Jahrgang 2019 wird die neue Verordnung zu spät kommen, 2020 soll dann auch der DAC Wachau Realität werden.

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