Gföhl: Jubiläen in Buch festgehalten. Sepp Weber befasst sich in neuem Werk mit den Feierlichkeiten zu „600 und 800 Jahre Gföhl“.

Von Gerald Mayerhofer. Erstellt am 31. Juli 2021 (05:04)
 Sepp Weber
Buchautor und Chronist Sepp Weber mit seinem neuesten Werk „600 und 800 Jahre Gföhl“, das ab sofort im Bürgerservice der Stadtgemeinde erhältlich ist.
GM

Dass die Gföhler wissen, wie man Feste feiert, haben sie nicht zuletzt bei den Feierlichkeiten zur Stadterhebung im Jahr 1989 bewiesen. Musikschulleiter und Gemeinderat Sepp Weber lädt in seinem neuesten Buch auf eine Zeitreise zur 800-Jahr-Feier zur ersten urkundlichen Erwähnung Gföhls im Jahr 1982 und zur 600-Jahr-Feier zur Verleihung des Marktrechts in die Zwischenkriegszeit ein.

Jubiläumsfeiern in Buch verewigt

Ganze drei Tage dauerten die Jubiläumsfeierlichkeiten zu „600 Jahre Marktrecht“, die von 13. bis 15. August 1927 in Gföhl stattfanden. Weber dokumentiert das Fest in Bildern und den Original-Druckwerken. Im Rahmen des Festes fanden diverse Sitzungen und Tagungen von Gföhler Organisationen – dem Gemeinderat, dem Sparkassenausschuss, der Feuerwehr oder beispielsweise der Bezirksbauernkammer – statt.

Höhepunkt war aber das historische Festspiel von Autor und Komponist Hans Herrdegen am Gföhler Hauptplatz: Darin wurde ein belegtes geschichtliches Ereignis, das sich im Jahr 1231 auf dem „Ortsplatze von Gföhl“ zugetragen hat, in zehn Bildern aufgeführt. Viele der damals beteiligten Personen im Festausschuss haben in der Stadtgeschichte Spuren hinterlassen: Bürgermeister Karl Kippes, Vize Karl Kloiber, Franz Aubrunner, Schuldirektor Karl Weißenböck – aber auch beispielsweise Stephan Biedermann. Biedermann war Pfarrer in Niedergrünbach und angesehener Heimatforscher seiner Zeit.

Anlässlich der 800-Jahr-Feier im Jahr 1982 zur ersten urkundlichen Erwähnung Gföhls wurde das Festspiel aus dem Jahr 1927 von H. C. Artmann neu überarbeitet und abermals aufgeführt. Das genaue Jahr der Entstehung des Dorfes Gföhl ist unbekannt, sicher ist aber, dass Gföhl Ende des zwölften Jahrhunderts bereits existierte. Im Urkundenbuch des „Landes ob der Enns“ findet sich auf einem 800 Jahre alten Schriftstück das Mitglied eines Ministerialgengeschlechts aus Gföhl – nämlich Rudwinus de gevelli. Die Originalurkunde ist heute im OÖ Landesarchiv zu finden.

Auch 1982 wurde drei Tage lang gefeiert. Anlässlich des Festes wurde eine Sonderpostmarke herausgebracht. In der Volksschule fanden Ausstellungen zu mehreren Themen statt. Auch das Gföhler Heimatbuch wurde präsentiert. Beim Festakt am 30. Mai 1982 waren der damalige Bundespräsident Rudolf Kirchschläger und Landeshauptmann Siegfried Ludwig anwesend. Am Nachmittag folgte das historische Festspiel von H. C. Artmann, das vom Gesang- und Orchesterverein Gföhl aufgeführt wurde.

Buch zeigt unveröffentlichte Bilder

Buchautor Sepp Weber zeigt in seinem neuesten Werk hunderte zum Großteil noch nie veröffentlichte Fotos der beiden Feste. Weiters publiziert er den kompletten Text der aufgeführten Festspiele, alle Schriftstücke der Feiern und das komplette Druckwerk „Gföhl – seine Herrschafts- und Marktgeschichte“, das von Heimatforscher Stephan Biedermann anlässlich der Jubiläumsfeier im Jahr 1927 herausgebracht wurde.

Aus welchem Grund sich Weber diesen Feierlichkeiten als Thema für sein neues Buch gewidmet hat? „Als Chronist der Stadtgemeinde Gföhl sehe ich es als Aufgabe, solche Dinge aufzuarbeiten und zu dokumentieren. Dies war die Motivation zu diesem Buch.“