Willi Langer: „Ich war immer ein begeisterter Kremser“. Der in Krems lebende E-Bassist Willi Langer verriet der NÖN, wie er zur Musik fand und wie es ihm in der Coronakrise geht.

Von Petra Vock. Erstellt am 11. Januar 2021 (04:24)
Willi Langer.
Maximilian Langer

Willi Langer zählt als E-Bassist zu den Fixpunkten der heimischen Jazz- und Popszene. Der NÖN gab er Einblick in seine Anfänge, seinen Bezug zu Krems und seine Pläne für 2021.

NÖN: Sie haben als 16-Jähriger in Krems als Autodidakt mit der Musik begonnen. Wie kam es dazu?

Willi Langer: Als mir einer meiner besten Freunde eines Tages ganz überraschend eröffnete, dass er sich ein Schlagzeug kauft, besorgte ich mir eine E-Gitarre und einen Verstärker. Kurze Zeit später war es wieder der Zufall, der mich von der Gitarre zum Bass brachte.

Gab es in Ihrem Umfeld in Krems inspirierende Einflüsse?

Langer: Da ich damals teilweise schon jazzige Musik hörte, war der Kremser Jazzkeller mit den Musikern rund um den Multi-Instrumentalisten Dieter Hauk natürlich interessant für mich, dennoch wollte ich versuchen etwas Eigenständiges auf die Beine zu stellen. Verwegen beschloss ich, eine Band zu gründen, und fand den in meinen Augen passenden Namen „Zenit“ im Schulatlas.

War Hannes Treiber, mit dem Sie Zenit gegründet haben, ein Schulkollege?

Langer: Hannes Treiber, der heute ein tolles Tonstudio namens No-A-Studio in Langenlois betreibt, ging schon in der Hauptschule Mitterweg in meine Pa rallelklasse, außerdem spielten wir zusammen in der Schul-Handballmannschaft. Da ich nun hörte, er wäre ein guter Pianist, nahm ich gleich Kontakt mit ihm auf und so entstand eine bis heute anhaltende musikalische Blutsbrüderschaft.

Später haben Sie in Wien Jazz-Bass studiert, für Musicals sowie mit Austropop-Größen gespielt und mit Stars wie Gloria Gaynor gearbeitet. Wie kam es, dass Sie wieder in Krems leben?

Langer: In den 80ern war es ein logischer Schritt, nach Wien zu übersiedeln. Wien war das Zentrum des musikalischen Geschehens, die meisten Proben, viele der Konzerte und auch der Großteil der Studio-Jobs fanden in Wien statt. Ebenso logisch war aber auch der Schritt zurück nach Krems, als unsere Kinder zur Welt kamen. Wir wollten ihnen ein naturverbundenes Aufwachsen bieten. Abgesehen davon bin ich ohnehin nicht unbedingt der urbane Typ und lebe sehr gerne in unserer schönen Region. Ich war immer ein begeisterter Kremser, auch wenn mir das angesichts der städtebaulichen Entwicklung zunehmend schwerer fällt. 

Wie geht es Ihnen mit der aktuellen Situation wegen Corona?

Langer: Corona hat natürlich auch mein Leben auf den Kopf gestellt. Wie so oft hätte ich neben vielen Konzerten auch die  Sommer-Musical-Produktion in Amstetten gespielt, so aber hatte ich den ruhigsten Sommer seit Jahrzehnten. Zumindest konnte ich in meinem Heim-Studio den Bass für verschiedene CD-Produktionen aufnehmen. 

Was haben Sie für Pläne für 2021?

Langer: Für 2021 stehen Konzerte mit Künstlern wie Alexander Goebel, Count Basic, Niddl, Dennis Jale und The Imperials, die verschobene Sommer-Musical-Produktion in Amstetten sowie die für Herbst geplante Abschieds-Tour mit Stefanie Werger in meinem Kalender, jedoch alles mit coronabedingten Fragezeichen. Ich konnte die letzten Monate auch dazu nutzen, nach langer Zeit wieder ein eigenes Album vorzubereiten, das ich vermutlich im Herbst veröffentlichen werde.