Kremser Anrainer in der Mitterau fürchten Kinderlärm. Verlegung des Spielplatzes in der Mitterau sorgt für Unmut bei älteren Bewohnern. Stadt beruhigt.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 05. Dezember 2019 (05:06)
Gerhard Reiter und Gerhard Kermer sind von der Verlegung des Spielplatzes in der Mitterau nicht begeistert.
Johann Lechner

In der Mitterau sorgen sich Bewohner der Sankt-Paul-Gasse um ihre ruhigen Nachmittage im Park. Der Grund: die Verlegung des Spielplatzes Richtung Westen im Zuge des Neubaus eines viergruppigen Kindergartens - die NÖN berichtete.

„Das Ruhebedürfnis der Anrainer und Nutzer des Parks“ sei in der Planung nicht berücksichtigt worden, schreibt Gerhard Kermer, Hausvertrauensmann der Wohnhausanlage in der Sankt-Paul-Gasse 6, in einem offenen Brief an die gewählten Mandatare der Stadt Krems.

Am Magistrat sieht man keinen Bedarf für Abweichung vom Plan

Kermer bemängelt in seinem Schreiben eine fehlende Einbindung der Bewohner. Das Wort Bürgerbeteiligung scheine eine „leere Worthülse“ zu sein. Und: „Ist es dem Magistrat der Stadt Krems nicht wert, offen angesprochene Problemstellungen und das vorgeschlagene Gespräch direkt vor Ort mit den Betroffenen zu führen?“

Neben mehr Lärm sieht Kermer auch noch ein anderes Problem aufkommen. „Die für den Spielplatz vorgesehene Fläche liegt im größeren Teil des Parks, wo unter anderem viele Mitterauer mit ihren Hunden spazieren gehen.“ Konflikte zwischen Kindern, Eltern und Hundehaltern seien vorprogrammiert. Kermer liefert deswegen gleich zwei Alternativplätze für einen Spielplatz, nämlich im Osten des Tennisplatzes in der Mitterau oder des Sportplatzes des BRG Kremszeile.

Am Magistrat sieht man allerdings überhaupt keinen Bedarf, von der geplanten Umsetzungsvariante abzuweichen. Der Geschäftsführer der Kremser Immobiliengesellschaft (KIG), Hannes Zimmermann, teilt schriftlich mit: „Durch die Spielplatzverlegung ist aufgrund der Entfernung jegliche Beeinträchtigung für Anrainer auszuschließen. Der Gartenbereich des bisherigen Kindergartens befindet sich zudem wesentlich näher bei den Wohnobjekten als der nunmehrige Spielplatz.“ Ohnedies stelle „Kinderlärm gemäß ständiger Judikatur des Obersten Gerichtshofs keine Lärmbelästigung dar“.