Riesling aus Amphoren ausgezeichnet. Seit zehn Jahren wird bei der Domäne Wachau ein Riesling in Tongefäßen vinifiziert – und mittlerweile auch prämiert.

Von Gertrude Schopf. Erstellt am 01. August 2019 (12:04)
Foto: Johann Lechner
In Holzgestellen lagern die Amphoren, gefüllt mit Riesling, im Backstage-Bereich der Keller der Domäne Wachau. „Ein fixer Bestandteil unseres Sortiments“, sagt Kellermeister Heinz Frischengruber.

Amphoren-Weine aus der Wachau – ein Projekt, das die Winzergenossenschaft Domäne Wachau im Jahr 2009 gestartet hat.

„Nach ersten Versuchen hat sich herausgestellt, dass sich besonders der Riesling auf diese Weise ganz hervorragend entwickelt“, berichtet Kellermeister Heinz Frischengruber. Der Riesling Amphora 2016 etwa wurde heuer bei der International Quevri Competition in Georgien ausgezeichnet. Wobei es natürlich auch Rückschläge gab: „Ein Jahrgang landete im Abfluss“, erzählt Frischengruber, der sich von diesen „Orange Wines“ ganz begeistert zeigt.

Zwei Tinajas (Tongefäße aus Spanien), vier Qvevris (aus Georgien) und eine Sandstein-Amphore („Clayver“) aus Ligurien stehen mittlerweile im Backstage-Bereich der Kellergewölbe.

"Toller neuer Jahrgang"

Allen gemeinsam ist ihre Stabilität, Wasserundurchlässigkeit und ein minimaler Luftaustausch. Sie fassen zwischen 200 und 300 Liter, müssen aufgrund dieses geringen Inhalts nicht in der Erde vergraben werden. Die Weinwerdung ist einfach: Die Trauben werden gerebelt und gequetscht in die Amphore gefüllt, die mittels Holzdeckel verschlossen wird.

Nach der Gärung bleibt der Wein noch etwa fünf Monate auf der Maische, er „hat dadurch weniger Säure und wirkt weicher und cremiger“, sagt Frischengruber. Nach einer halbjährigen Ruhephase in Stahltanks wird der Wein ungefiltert und ungeschwefelt abgefüllt – vergangene Woche der Amphoren-Riesling 2017: „Straff und kompakt, äußerst vital und rassig und mit enormer Länge – ein toller neuer Jahrgang“, so Frischengruber.