„Kopf des Jahres“: Erfolgreich mit alternativem Café. Gastwirtstochter Anna Gattinger aus Palt geht in Graz neue Wege.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 06. Februar 2020 (03:34)
„Anna is(s)t anders“: Die junge Gastronomin Anna-Lisa Gattinger vor ihrem Lokal in der Stadt Graz.
Kleine Zeitung, Jorj Konstantinov

Ganz neue Wege beschreitet Anna Gattinger (28) mit ihrem „Anna Café“ in Graz. Die Gastwirtstochter aus Palt wurde nun von der Kleinen Zeitung im Rahmen einer großen Gala als „Kopf des Jahres“ im Bereich Gastronomie geadelt.

Gattinger, 28, arbeitete nach der Matura an der HLF Krems fünf Jahre im Gastgewerbe, studierte dann Pädagogik und Soziologie, suchte aber immer nach einer Neuorientierung. „Weil ich selber eine Lebensmittelunverträglichkeit habe, war ich auf der Suche und habe mit meinem Lokal eine Nische gefunden“, betont sie, dass im Anna Café Zuckerfreies angeboten und Dinkelmehl (glutenfreies Gebäck) verwendet wird.

Anna-Lisa Gattinger: „Wenn es weiter so gut läuft, brauche ich ein größeres Lokal.“
Kleine Zeitung, Jorj Konstantinov

In der Kategorie Gastgeber in der Region Graz und Umgebung wurde Gattinger nun als „Kopf des Jahres“ gewürdigt. Anerkennung brachte ihr, dass ihr Lokal in der Neutorgasse das erste „Zero-Waste-Café“ der steirischen Landeshauptstadt ist. Gekocht wird nur, was frisch und biologisch angebaut wurde – und man bemüht sich, fast keinen Müll zu verursachen. Untergebracht ist der Betrieb gemeinsam mit dem verpackungsfreien Geschäft „Das Gramm“. Was dort nicht verkauft wird, wird im Café am nächsten Tag verkocht – was zu kreativen Angeboten wie Radieschen-Grünpesto, gefüllten Kohlrabiblättern oder Brotchips zum Wein aus ansonsten weggeworfenen Brotresten führt.

Mit Zuspruch in ersten fünf Monaten zufrieden

„Ich habe am 7. September des Vorjahres eröffnet und bin mit dem Geschäftsgang zufrieden“, zieht Gattinger eine gute Bilanz über die ersten fünf Monate. „Unsere Idee hat den Zeitgeist getroffen.“ Auch wenn seit Ende der Gastgartensaison (Ende Oktober) weniger los sei, habe man sich gut etabliert. „Wir haben ja nur zehn Sitzplätze, und es war von Anfang an klar, dass ich ein größeres Lokal brauche, wenn es gut läuft“, sieht die Junggastronomin optimistisch in die Zukunft. Derzeit seien die Kapazitäten ausgelastet. „Der Plan ist da. Es kommt also auf die nächsten Monate an.“

Fad wird Anna-Lisa aber ohnehin nicht. Neben ihrer Tätigkeit als Gastronomin ist sie seit dem erfolgreichen Start ihrer Geschäftstätigkeit in der Mur me tro po le auch als Vortragende über nachhaltige Gastronomie und als Teilnehmerin an Podiumsdiskussionen gefragt.