Piaristen-Schüler bei Projekt: Krems hat starke Töchter. Schüler des Piaristengymnasiums wirken an Projekt mit, das Frauen sichtbar machen möchte.

Von Petra Vock. Erstellt am 01. März 2019 (04:18)
Motorrad-Museum Krems-Egelsee
Motorrad-Rennpionierin aus Krems: Maria „Mitzi“Nahmer.

Eine Frau auf einem Motorrad war 1925 noch kein alltäglicher Anblick: Die Kremserin Maria „Mitzi“ Nahmer war Motorrad-Rennpionierin und nahm erfolgreich an Bahn-, Berg- und Straßenrennen teil. Dann wäre da noch Leopoldine von Morawetz-Dierkes, die vor mehr als 100 Jahren ausgedehnte Reisen im Mittelmeerraum und Nordafrika unternahm und als erste Frau in der Geographischen Gesellschaft in Wien darüber berichtete ...

Diese beiden und andere denkwürdige Frauen aus der Region Krems, von denen die meisten gar nichts wissen, sollen jetzt „sichtbar“ gemacht werden, und zwar bei einer Veranstaltung zum Weltfrauentag, die am 11. März, 10.30 Uhr, in der Donau-Universität Krems stattfindet. Am Projekt beteiligt ist auch eine Klasse des Piaristengymnasiums Krems, die eine Performance dafür vorbereitet.

„Die Sichtbarmachung von Frauen ist wichtig, um das Selbstbewusstsein von Frauen und Mädchen zu stärken.“Bärbel Jungmeier, Direktorin

Wie die genau aussehen wird, soll eine Überraschung sein. Verraten wird nur so viel: „Es ist die ganze 7G-Klasse beteiligt, auch Burschen, und es wird eine eher stille und zurückhaltende Performance sein“, erklärt Professorin Andrea Brunner-Fohrafellner, die in der Vorwoche mit den Schülern im Audimax der Donau-Uni dafür geprobt hat.

Bei der Veranstaltung werden erste Ergebnisse des Projektes „DenkMal! Denkwürdig?!“ präsentiert, das die Kremser Vereine „funkundküste“ und „raumgreifend“ und die Donau-Universität gemeinsam mit dem Piaristengymnasium Krems durchführen.

Teil des Projektes war auch die Online-Umfrage „Kennen Sie denkwürdige Frauen aus Krems?“, bei der die Bevölkerung Vorschläge als Anregung für künftige Straßenbenennungen einbringen konnte. Sieben solche Frauen, deren Biografien von der Donau-Uni inzwischen recherchiert worden sind, werden bei der Veranstaltung, die für alle Interessierten offen ist, kurz vorgestellt.

Auch an den Vorarbeiten zum Projekt waren Schüler beteiligt: „Die 7R-Klasse des Vorjahres ging der Frage nach, ob es in Krems weibliche Straßennamen und Denkmäler gibt und welches Bild der Frau im öffentlichen Raum gezeichnet wird“, berichtet Brunner-Fohrafellner.

Am Herzen liegt das Projekt auch Bärbel Jungmeier, der Direktorin des Piaristengymnasiums, die die öffentliche Sichtbarmachung von Frauen für wichtig hält, um das Selbstbewusstsein von Mädchen und Frauen zu stärken.

Auch die Stadt Krems steht hinter dem Projekt. Ein Zeichen in dieser Richtung war ein Gemeinderatsbeschluss im Vorjahr: Im Juni 2018 wurden die „Margare the-Deißenberger-Gasse“ und der „Therese-Mahrer-Park“ beschlossen. Letzterer wird am Donnerstag offiziell eröffnet und erinnert vor den Schulen in der Kasernstraße an die KPÖ-Stadträtin für Kultur und Schulen, der es 1947 durch Mut und Verhandlungsgeschick gelang, die Kaserne von den russischen Besatzern für eine schulische Nutzung zu erobern und damit Krems trotz der Bombenschäden als Schulstadt zu bewahren.