Pilotin für Hagelbomber. BEZIRK KREMS / Der Kulturenschutzverein Langenlois hat eine (fast) neue Cessna 182 angekauft, und die Flug-Mannschaft wurde „damenhaft“ verstärkt.

Erstellt am 24. Februar 2014 (23:59)
Wolfgang Irlacher, Alexander Hofmann, Günter Steinkellner, Thomas Stoifl, Emmerich Granner, Thomas Meister, Josef Blüml, Norbert Polsterer, Anwalt Günther Katzensteiner, Rupert Gritsch, Bettina Führer, Johannes Eckharter und die „neue“ Cessna (rechts).
NOEN, Johann Lechner

„2013 war für die Hagelabwehr ein besonders schwieriges Jahr“, bilanzierte  Johannes Eckharter, Geschäftsführer des Kulturenschutzvereins Langenlois und Umgebung.

Einerseits gab es mit zehn Einsatztagen das zweitschwächste Gewitterjahr in den letzten 15 Jahren. Andererseits war der 10. Juni der intensivste Tag in  diesem Beobachtungszeitraum. Obwohl alleine an diesem Tag ein Drittel eines durchschnittlichen Jahresbudgets verbraucht wurde, mussten trotzdem Schäden bis zu 40 Prozent im Abwehrgebiet zwischen Spitz und Fels am Wagram hingenommen werden.
 

x
NOEN, Johann Lechner

Am Tag zuvor, am 9. Juni, war ein verheerender Hagelschlag im Gebiet zwischen Lan- genlois, Schiltern und Reith niedergegangen. Die vorerst harmlos scheinende Gewitterzelle wurde südlich der Donau mit  allen drei Flugzeugen bekämpft, dennoch wurden rund 600 Hektar Weinbaufläche im Herzen des Abwehrgebietes schwer verhagelt. „Über die Wintermonate haben wir nun umfangreiche Maßnahmen zur Verbesserung der Effizienz unserer Hagelabwehr eingeleitet“, so Eckharter.

Umrüstung auf Hagelabwehrflugzeug

Nach jahrelangen Bemühungen wurde die Cessna 210, Baujahr 1962, durch ein jüngeres Flugzeug ersetzt: Mit Unterstützung von Rechtsanwalt Günther Katzensteiner aus Krems konnte eine Cessna 182, Baujahr 2005, angekauft werden. Sie trägt bereits das Wunschkennzeichen, OE-KSV (Abkürzung für Kulturenschutzverein) und wird derzeit auf ein Hagelabwehrflugzeug umgerüstet.

Nicht nur die Flotte, auch die Mannschaft wurde verjüngt. Erstmals steht mit Bettina Führer aus Zöbing auch eine Pilotin im Kampf gegen den Hagel zur Verfügung. Neu im Team sind weiters Josef Blüml junior und Johannes Müller.

Wissenschafter ziehen sich in den Ruhestand zurück

2013 gab es laut Bericht von Herbert Fiala vom Flugwetterdienst Schwechat zehn Gewittertage im Abwehrgebiet. Die  Piloten absolvierten 42 Einsätze und waren dabei 30 Stunden in der Luft. Otto Svabik von der Hohen Warte bestätigte in seinem Forschungsbericht einen eindeutigen Rückgang sowohl der Anzahl der Hageltage als auch deren Intensität seit  Bekämpfung der Gewitter mit Flugzeugen. Beide Wissenschafter ziehen sich in den Ruhestand zurück und haben im Rahmen der Generalversammlung im Restaurant Fly am Flugplatz Gneixendorf bereits ihre Nachfolger, Wolfgang Pöttschacher (Flugwetterdienst Schwechat) und Rainer Kaltenberger (Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik), vorgestellt.