Großsprengel Krems mit Ärzte-Plan für 2020 ohne Lücken. Neue Versorgung für Gemeinden Krems, Droß, Lengenfeld, Senftenberg, Stratzing. Mediziner spricht von „Win-win-Situation“.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 05. Dezember 2019 (12:02)
Diese Ärzte halten gemeinsam den Wochenend-Dienst in Krems und den Gemeinden Droß, Lengenfeld, Senftenberg und Stratzing aufrecht: Astrid Steinkellner, Hannes Winkler, Andrea Siebenhandl, Albert Hörwarthner, Ingrid Schiedlbauer, Christine Weixler-Marady, Lieselotte Wagner, Rainer Ludhammer (vorne, v.l.), Andrea Leitner-Nuhr, Claudia Sacher-Faltl, Anna Gruber, Trixi Holzinger, Iris Solf-Thron, Julia Bockhorn-Schöfmann und Martin Karner.
NOEN

Weil Allgemeinmediziner („praktische Ärzte“) gesetzlich nicht mehr verpflichtet sind, Wochenend-Dienste zu machen, droht ab Jänner 2020 ein Versorgungsengpass. Nicht so im Großsprengel Krems (inklusive Droß, Lengenfeld, Senftenberg und Stratzing). Dort haben sich 15 Praktiker zusammengetan und einen Plan bis Jahresende aufgestellt.

Nach dem Motto „Kein Tag ohne Arzt-Dienst“ ist auf freiwilliger Basis an Samstagen, Sonn- und Feiertagen jeweils von 8 bis 14 Uhr ein Mediziner erreichbar. Jeweils von 9 bis 11 Uhr ist an diesen Tagen eine Ordination besetzt.

„Mit diesen Zeiten kommen wir für aktuelle Anlassfälle gut aus“

„Wir sind auch bis Jahresende schon durchgehend da“, erklärt Albert Hörwarthner. Der Kremser Arzt, der das „Dienstradl“ gemeinsam mit 14 Kolleginnen und Kollegen organisiert, spricht von einer „Win-win-Situation“: „Wir bemühen uns, bestmöglich für unsere Patienten da zu sein. Mit diesen Zeiten kommen wir für aktuelle Anlassfälle gut aus und ersparen uns selbst einen ,Stau‘ an den Montagen.“

Neben akuten Erkrankungen sei die Wochenend-Versorgung auch für Krankschreibungen, die Medikamentation nach Entlassung aus dem Spital oder die Bewilligung von Rezepten wichtig. „Mit den jetzt angebotenen Zeiten kommen wir da recht gut aus.“

Neu ist, dass immer ein Arzt das ganze Wochenende (Samstag und Sonntag) Dienst versieht. Damit beugt man Verwirrungen und Anfahrten zur falschen Ordination vor. Erfreulich war für Hörwarthner, der schon den Dienst für das ganze Jahr 2020 einteilen konnte, dass sich die Kollegen bei der Organisation sehr flexibel gezeigt haben. Lediglich eine einzige Allgemeinmedizinerin im gesamten Sprengel – sie ordiniert in Krems – ist beim Kremser Pilotprojekt leider nicht dabei.

Wie erfahren die Patienten auf Arzt-Suche, wer für sie gerade da ist? Auskunft gibt es rund um die Uhr unter den gängigen Notruf- und Service-Kurzwahlen 1450 und 141.