Ziel in Krems-Stein: Ohne Barriere an die Donau. Wenn Hochwasserschutz ertüchtigt wird, sollen auch Unterführungen auf zeitgemäßen Stand gebracht werden.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 05. Februar 2021 (05:33)
ÖVP-Gemeinderätin Edith Gruber mit ihrem Fahrrad in der Unterführung unter der Bundesstraße 3 in Stein auf Höhe des Ruderclubs: „Ziel muss ein barrierefreier Zugang von Stein zur Donau sein.“
Martin
Kalchhauser

Einstimmig angenommen wurde nach einigen Debatten bei der jüngsten Kremser Gemeinderatssitzung der Dringlichkeitsantrag, den die Förthofer ÖVP-Mandatarin Edith Gruber einbrachte. Sie forderte die Umgestaltung der beiden Fußgängerunterführungen von der Donaulände zum Fluss – eine auf Höhe des Ruderclubs, eine weiter östlich auf Höhe des Hauses der Volkskultur.

Sie müssten im Zuge der Ertüchtigung des Hochwasserschutzes, der unmittelbar bevorsteht, umgestaltet werden, so Gruber, die bekrittelt, dass die alten Unterführungen mit Fahrrädern und Kinderwägen fast nicht passierbar seien. Rollstuhlfahrer hätten gar keine Chance.

„Jetzt ist die Gelegenheit, die Unterführungen zeitgemäß umzugestalten!“ ÖVP-Gemeinderätin Edith Gruber

„Die Unterführungen wurden im Zuge der Errichtung des Donaukraftwerks Altenwörth in den 1970er- und 1980er-Jahren gebaut“, begründete Gruber ihren Antrag. „Jetzt ist die Gelegenheit, sie zeitgemäß umzugestalten und so einen barrierefreien Zugang vom Stadtteil Stein zur Donau zu gewährleisten.“ Andernfalls würde man sich die Möglichkeit auf 25 oder 30 Jahre verbauen. Wer die Donau von Stein aus ohne Stufen erreichen möchte, muss entweder nach Westen zur Mauterner Donaubrücke oder nach Osten zum Kreisverkehr bei der Schiffstation ausweichen.

Finanzstadtrat Helmut Mayer (SPÖ) merkte in der Debatte an, es könne einen Gemeinderatsbeschluss erst geben, wenn auch die Finanzierung gesichert sei. „Das Hochwasserschutzprojekt dürfen wir auf keinen Fall verzögern!“ ProKS-Gemeinderat Robert Simlinger merkte an, dass die Angelegenheit im Kreis des Arbeitskreises „Alltagsradler“ bereits Thema gewesen sei. Unterstützung für den Antrag kam auch von FPÖ-Mandatar Christoph Hofbauer. Die Situation habe sich stark verändert. Es gebe Elektroräder, E-Scooter und Segways … „Es muss bei diesem Projekt auf jeden Fall parallel eine Verkehrsplanung geben!“

Planungen laufen seit September

ÖVP-Vizebürgermeister Erwin Krammer stellte fest, dass für die Projekte auch das Lukrieren von Geld von Land und Bund möglich sein könnte. „Wir sollten diese Chance wahrnehmen!“ So sieht das auch der in Stein wohnhafte FPÖ-Mann Werner Friedl: „Wir dürfen die Öffnung des Stadtteils Stein zur Donau nicht behindern!“

Mit dem Antrag wird Bürgermeister Reinhard Resch aufgefordert, dafür zu sorgen, dass im Zuge des Hochwasserprojekts auch die Unterführungen zeitgemäß ertüchtigt werden.

NÖN-Recherchen ergaben, dass das Thema schon seit September Gegenstand der Planungen ist. Laut Stadtchef Resch sei das Projekt nur „wegen des Abwartens neuer Fördermöglichkeiten“ noch nicht fertig entwickelt. SPÖ-Planungsstadtrat Günter Herz: „Die Sache war schon vor dem Antrag im Laufen. Wir hoffen, dass das Land die Maßnahmen fördert.“ Der Antrag sei Anlass, sich die Sache nochmals genauer anzuschauen. „Es ist logisch, dass man das Vorhaben in das Projekt einbindet und nicht nachträglich wieder alles aufreißen wird.“