Corona-Einbußen: Bad-Geld für die Kremser Betriebe?. FPÖ will Neubau zugunsten von Hilfen abblasen. Resch verspricht Unterstützung.

Von Franz Aschauer und Martin Kalchhauser. Erstellt am 24. März 2020 (05:32)

Bürgermeister Reinhard Resch appelliert: „Krems sind wir alle. Halten wir zusammen.“
Martin Kalchhauser

Am 1. April tagt in Krems der Stadtsenat. Dann sollen Maßnahmen beschlossen werden, die vor allem jenen Unternehmen helfen sollen, die die Corona-Krise besonders trifft. Bürgermeister Reinhard Resch wird einen „akkordierten Antrag“ einbringen, von dessen Mehrheitsfähigkeit er ausgeht.

Welche Erleichterungen kommen, will der Stadtchef noch nicht verraten. Schon jetzt fix ist hingegen, dass die Finanzdirektion der Stadt Stundungsansuchen ab 100 Euro „zügigst positiv zu erledigen“ hat, das geht aus einem Brief Reschs an die Wirtschaftstreibenden hervor.

„All das wäre zu finanzieren, wenn man auf die Luxusvariante des Hallenbades verzichtet“Susanne Rosenkranz, FPÖ

Bis zum 1. April warten möchte die FPÖ nicht. Stadträtin Susanne Rosenkranz prescht mit der Forderung, den Neubau der Badearena zugunsten einer Reihe von Unterstützungsmaßnahmen abzublasen, vor.

FPÖ-Stadträtin Susanne Rosenkranz will auf „Luxusvariante des Bades“ verzichten.
Lechner

Unter anderem sollen die Wasser-Grundgebühr und die Nutzungsgebühr für Schanigärten erlassen werden, aber auch Hilfe in Form von städtischen Aufträgen für Kremser Unternehmen erfolgen. „All das wäre zu finanzieren, wenn man auf die Luxusvariante des Hallenbades verzichtet“, meint Rosenkranz.

Ihre Forderung kommentiert Bürgermeister Resch auf Anfrage nicht näher. Sein Appell lautet jedoch: „Krems sind wir alle. Halten wir zusammen!“

„Selbstverständlich sind bedarfsorientierte Hilfspakete vorgesehen“ÖVP-Stadtrat Martin Sedelmaier

Klare Worte für Rosenkranz‘ Offensive findet ÖVP-Stadtparteiobmann Martin Sedelmaier: „Für politischen Populismus ist, wenn überhaupt, vor allem gerade jetzt nicht die richtige Zeit. In Anbetracht der Umstände stellt sich daher für mich persönlich überhaupt die Frage nach der Pietät solcher Aktionen.“

ÖVP Stadtrat Martin Sedelmaier: „Nicht die richtige Zeit für Populismus.“
Kalchhauser

Auch er verweist auf die „Erstellung von diversen Unterstützungsmaßnahmen“ im Stadtsenat. „Selbstverständlich sind bedarfsorientierte Hilfspakete vorgesehen“, teilt Stadtrat Sedelmaier mit. Hier müsse man aber in Harmonie mit den Maßnahmen des Bundes und des Landes agieren.

Einer der Unternehmer, die auf rasche Unterstützung hoffen, ist Wolfgang Gänsdorfer. Der Geschäftsführer der Weinbar Weinhimmel in der Unteren Landstraße ruft die Politik in einem offenen Brief auf, unter anderem die Schanigarten-Gebühren bis Jahresende auszusetzen, eventuell bereits bezahlte Gelder rückzuerstatten und die Nutzungsgebühren für das Aufstellen von Werbe-Ständern auszusetzen.

Um welche Beträge geht es? Für Schanigärten sind in der Zone A, die den Altstadtbereich umfasst, für je angefangene zehn Quadratmeter Fläche monatlich 70 Euro zu entrichten. Das Aufstellen eines Ständers kostet jährlich 27,73 Euro.