100-Jährige ist jede Woche beim Friseur in Krems

Erstellt am 18. November 2022 | 05:10
Lesezeit: 3 Min
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100 Jahre und kein bisschen müde: Hilde Doll lässt sich jeden Freitag von Christina (links) und Ingrid (hinten) Scheubrein „schön machen“.
Foto: Franz Aschauer
Einst schnitt sie selbst Haare, jetzt ist Hilde Doll Stammkundin im Salon Couture.
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„Wie geht es Ihnen heute, Frau Doll?“, ist die Standardfrage von Christina Scheubrein, wenn Hilde Doll ihren Friseursalon am Südtirolerplatz betritt. Die Antwort ist jedes Mal dieselbe: „Wenn ihr mich schön macht, geht es mir gut.“

Der routinemäßige Besuch ihrer ältesten Kundin an jedem Freitagvormittag ist ein Highlight im Arbeitsalltag der Kremser Jungunternehmerin. Warum das so ist, wird schnell ersichtlich. Doll sprüht trotz ihrer 100 Jahre nahezu vor Energie, ist ohne Gehhilfe unterwegs und erfüllt den Salon Couture dank ihrer lebensbejahenden Grundeinstellung mit positiven Schwingungen.

Hinzu kommt eine ordentliche Prise Humor, die beim gemeinsamen Glas Sekt die Lachmuskeln von Belegschaft und Kunden gleichermaßen beansprucht.

Doll war Zeit ihres beruflichen Lebens selbst Friseurin, ihre Enkelin Susanne Hrauda übergab das Geschäft 2018 an Scheubrein, der sie seitdem die Treue hält. Mutter Ingrid wäscht und frisiert der Witwe des Baumeisters und legendären Präsidenten des Kremser Sportclubs, Sepp Doll, die Haare. Begleitet wird sie meist von ihrer 24-Stunden-Pflegerin, mit der sie in der Kremser Innenstadt lebt.

Die Leute sind heute überhaupt viel schöner frisiert als früher.

„Der Kontakt mit den Menschen“ ist es, der Doll am wöchentlichen Friseurbesuch so viel Freude bereitet. Sie sei stets Friseurin aus Leidenschaft gewesen und schätze das auch bei ihren Nachfolgerinnen, die ihr Handwerk übrigens besser beherrschen als sie selbst, wie Doll einräumt. „Die Ausrüstung ist einfach viel besser geworden. Die Leute sind heute überhaupt viel schöner frisiert als früher, da hat es nur lange Haare gegeben. Heute hat jeder eine Frisur.“ Wichtig sei es, immer mit der Zeit zu gehen.

Wie sie es schafft, bis heute derart fit zu sein, erklärt Doll mit ihrem „guten Gemüt“. Wichtig sei es, immer die „Schönheit“ in den Dingen zu suchen. „Irgendwer hat zu mir einmal gesagt, so alt wird keine Kuh. Aber ich bin ja auch keine Kuh.“

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