Operette Langenlois: Wie alles 1996 begann. Musiker Toni Naber hatte die Idee zu Schlossfestspielen. Er suchte und fand Mitstreiter, die vor 25 Jahren die ersten Vorstellungen im Schlosspark mittrugen.

Von Gertrude Schopf. Erstellt am 31. Juli 2021 (06:41)

Vor 25 Jahren,1996, gab es die ersten „Schloßfestspiele“ auf der Bühne im Schlosspark in Haindorf. Die Stolz-Operette „Zwei Herzen im Dreivierteltakt“ war als Premierenveranstaltung angesetzt.

„1994 haben wir begonnen zu organisieren“,erinnert sich Toni Naber, Erfinder und Gründer der Festspiele. Ausgangspunkt war der Gedanke, Sängern und Musikern im Sommer ein Engagement zu bieten (das Wiener Opernballorchester war gerade frei geworden), Naber sah sich in seinem Musikernetzwerk um und organisierte Mitstreiter, und dann „war da das Schloss als idealer Standort“.

„Es war eine ,lustige’ Zeit damals“

„Es war eine ,lustige’ Zeit damals“, erinnert sich Naber mit Augenzwinkern – an eine Zeit ohne Förderungen, an viel persönlichen Einsatz, mit Herausforderungen, die er ohne Erfahrung in der Organisation von Großveranstaltungen anging. So musste beispielsweise ein Verkehrskonzept erstellt werden.

„Die ideelle und manuelle Unterstützung in der Stadt war riesengroß, viele Vereine haben mitgemacht“ Toni Naber

Einige große Bäume im Park wurden umgepflanzt, die Tribüne – sie bot schon damals Platz für 1.500 Gäste – wurde von der Feuerwehr aufgestellt. „Die ideelle und manuelle Unterstützung in der Stadt war riesengroß, viele Vereine haben mitgemacht“, erzählt Naber, dass auch Bürgermeister Kurt Renner das Projekt von Gemeindeseite mittrug.

Die Bühnenverlagsrechte holte man sich von Stolz-Witwe Einzi, die Ehrengast bei der Premiere war. Das Festspielorchester, aus Mitgliedern des Wiener Opernball- und des Volksopernorchesters, dirigierte Uwe Theimer, Regie führte Robert Herzl. Als Solisten konnten unter anderem Fritzi Prager, Gerald Pichowetz und Kurt Huemer gewonnen werden. Für das Bühnenbild zeichnete der akademische Maler Peter Klitsch aus Stiefern verantwortlich.

Finanziell war die Premierensaison trotz etwa 11.000 Zuschauern nicht von Erfolg gekrönt. „Die Fledermaus“ stand dann 1997 (und 2007 noch einmal) am Programm, erst 1998 („Ein Walzertraum“) kamen die Spiele aus den roten Zahlen. Ab 1999 hatte Ferdinand Buchinger die Finanzen über.

Naber engagierte sich bis 2002 als Produktionsleiter und Geschäftsführer – und erlebte so das große August-Hochwasser noch mit, das nur fünf Vorstellungen zuließ und einen Riesenschaden verursachte.