Vier Jahre Bauzeit für „Ringstraße neu“ in Krems. Resch erteilt 13-Jahre-Variante eine Absage. Zusätzliche Bäume sollen kommen.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 16. April 2019 (05:17)
Stadt Krems
Bernd Hahslinger, Leiter der städtischen Abwasserbeseitigung, und Bürgermeister Reinhard Resch informierten über die Ringstraßen-Sanierung.

Die Sanierung der Ringstraße und ihres Kanals soll in vier Jahren Bauzeit über die Bühne gehen, das gab Bürgermeister Reinhard Resch bekannt. Eine Variante in mehreren Etappen über insgesamt 13 Jahre, die auch im Raum stand ( die NÖN berichteten, siehe hier ), sei „nicht zumutbar“.

Nächstes Jahr bereits soll mit den Arbeiten gestartet werden. Der Kanal soll auf dem 1,6 Kilometer langen Abschnitt zwischen Austraße und Franz-Zeller-Platz erneuert werden. Die Stadt nimmt dafür rund 4,5 Millionen Euro in die Hand. „Der Abwasserkanal in der Ringstraße ist die Lebensader der Innenstadt. Die Versorgung des gesamten Stadtzentrums hängt an diesem Kanal“, betont Resch die Wichtigkeit der Investition.

„Schul- und Busverkehr ist das Problem Nummer eins“

Überfällig ist sie auch für Bernd Hahsliger, den Leiter der städtischen Abwasserbeseitigung: „Der Kanal ist zwischen 60 und 100 Jahre alt und den Anforderungen eines modernen Abwasserbeseitigungssystems nicht mehr gewachsen.“

Hahslinger erinnert an Niederschlagsereignisse, bei denen die Ringstraße teilweise 20 Zentimeter unter Wasser stand. Die Pläne für die Sanierung lägen schon seit zehn Jahren in der Schublade, bisher habe sich aber kein Bürgermeister darübergetraut. „Kanaltechnisch“ stelle ihn das Projekt vor keine großen Herausforderungen, sagt Hahslinger. Knifflig sei es, eine passende Verkehrslösung zu finden. „Der Schul- und Busverkehr ist das Problem Nummer eins.“ Deswegen sei die Erstellung eines Verkehrskonzepts bei der Kremser Firma Schneider Consult in Auftrag gegeben worden.

Schwierig werde, eine Umleitung für den Bereich zwischen Austraße und Utzstraße festzulegen. Für die restlichen Abschnitte werde es die gleichen Umleitungen geben, wie man sie alle zwei Jahre beim Wachauer Volksfest sieht. Zum Thema Verkehrslösung reagierte Resch auf die Forderung Othmar Seidls, vor der Ringstraßen-Sanierung die B 3 an die Utzstraße anzubinden, was laut dem Immobilien-Entwickler in zwei Jahren möglich sei (die NÖN berichtete).

„Auch wenn man es zügig vorantreibt: Die Anbindung dauert im allerbesten Fall sechs bis acht Jahre.“ An den „Tod der Innenstadt“ im Falle einer Sanierung ohne vorherige B 3-Anbindung, wie Seidl es formulierte, glaubt Resch nicht.

„Es muss möglich sein, dieses Projekt ohne riesige Nachteile für bestimmte Gruppen durchzuführen.“ Fix ist jedenfalls, dass 30 der 60 Bäume im Ringstraßenbereich entfernt werden. Sie seien in „keinem guten Zustand. Im Zuge der Nebenflächen-Neugestaltung und Parkplatzoptimierung wird der alte Bestand aber nicht nur wiederhergestellt, sondern sogar um neun Bäume aufgestockt.“