Kremser Schulwartin muss weg: Eltern zornig. Schulwartin musste gehen Eltern protestieren gegen Verlust der beliebten Schulwartin. Unverständnis auch bei Direktorin. Vizebürgermeisterin Eva Hollerer verteidigt Maßnahme.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 30. Dezember 2020 (05:51)
Die Versetzung einer besonders beliebten Schulwartin sorgt bei einem Teil der Eltern an der Volksschule Stein für Ärger, viele Kinder sind traurig.
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Tränen gab es bei einer kleinen Verabschiedungsfeier für die Schulwartin der Volksschule Krems-Stein bei allen – bei Eltern, Schülern und der Betroffenen selbst. Mit der Entscheidung des Magistrats ist man unzufrieden.

Die zuständige Vizebürgermeisterin Eva Hollerer verteidigt die Maßnahme.

Rund drei Jahre war die Schulwartin der VS Stein hier im Dienst. Mit ihrer konzilianten Art und der Bereitschaft, mehr als nur (Putz-)Dienste zu leisten und sich so ins Schulleben einzubringen, hat sie sich bei Schülern, Eltern und Lehrern viele Freunde gemacht. Groß war die Bestürzung, als es hieß, sie werde versetzt.

„Nur nichtssagende Antworten erhalten!“

„Wir haben zweimal nachgefragt, warum das sein muss, aber nur nichtssagende Antworten erhalten“, ist Elternvereinsobmann Wolfgang Dür enttäuscht. Die Notwendigkeit im Sinne einer „Effizienzsteigerung der Personalverwaltung im Magistrat“ könne er nicht nachvollziehen.

„Es gibt eine sachlich begründete Antwort auf die Frage nach dem Sinn“, versteht die im Magistrat für Personalwesen zuständige Vizebürgermeisterin Eva Hollerer die Proteste nicht. „Das ist Teil eines großen Konzepts zur Implementierung einer Reinigungsabteilung.“ Alle Reinigungskräfte im Magistrat – rund 50 Personen – würden zusammengefasst und nach Bedarf eingesetzt.

Man spare keine Posten ein, müsse aber mehr Effizienz erreichen. „Ich respektiere die persönliche Empfindung der Betroffenen in Stein, kann aber nicht ein Konzept wegen einer Einzelperson komplett umstrukturieren.“ Eine Berücksichtigung aller Wünsche sei nicht möglich. Auch in der VS Rehberg habe es einen ähnlichen Fall gegeben.

„Manche können nicht einsehen, dass sich etwas, das man Jahre gewohnt ist, ändert“, meint Hollerer. Sie sei bemüht gewesen, den Sinn der Maßnahmen zu kommunizieren.+

Direktorin: Kritik an Hollerers „Worthülsen“

Genau das ist für Direktorin Marianne Stromberger nicht geschehen. „Diese Sache ist höchst unerfreulich, auch wenn sie alle Kremser Pflichtschulen betrifft“, übt sie Kritik an den „Worthülsen“, die man von Hollerer zu hören bekomme.

„Es gab überhaupt keine Konsensbereitschaft. Von den Aussagen der Politikerin bin ich enttäuscht. Sie kann mir auch als Pädagogin zutrauen, dass ich in der Lage bin, wirtschaftlich zu denken.“

Auf die Kinder und das Schulklima sei jedenfalls keine Rücksicht genommen worden. Und schließlich hätte man auf Bitte der Schule mit der Entscheidung wenigstens noch zuwarten können. „Für die Schulen war das ohnehin ein schweres Jahr.“