„Das Musikverbot muss wieder weg!“. Schluss mit lustig? Mitnichten! Der Brauhof kämpft um seine Frühschoppen-Konzerte. Jetzt lenkt auch das Rathaus ein.

Von Udo Sagl. Erstellt am 01. August 2017 (05:21)
Unterschriftenaktion: Gastronomieleiter Bernhard Hintermeier präsentiert die Listen.
NOEN, Lechner

„Eine Frechheit! Aber so schnell lassen wir uns die Gaudi nicht nehmen!“ Auf Facebook kochen in Sachen Hofbräuhaus die Emotionen hoch. Eine breite Front spricht sich gegen das Musikverbot aus – und gleichzeitig steigen die treuen Gäste für „ihren“ Biergarten auf die Barrikaden.

Es ist nur ein Stück Papier, doch der Inhalt hat schwere Folgen: In einem Schreiben des Magistrats Krems ist von einer „Verfahrensanordnung“ die Rede. Das Amt für Anlagenrecht fordert den Brauhofwirt mehr oder weniger höflich auf, künftig auf die regelmäßigen Musikveranstaltungen zu verzichten.

„Wo kein Kläger, da kein Richte"

Im Klartext: Ende für den zünftigen Frühschoppen-Spaß, der sonntags Menschenmassen in den Gastgarten gelockt hat. Ab sofort gelten solche „Konzerte“ als illegal. „Das ist keine Schikane, sondern entspricht den Gesetzen“, erklärt Rathaus-Sprecherin Doris Denk. „Denn das Gasthaus hat zwar eine gewerberechtliche Genehmigung, aber für regelmäßige Live-Musik ist eine Betriebsanlagen-Genehmigung notwendig.“

Wo kein Kläger, da kein Richter: Solange sich niemand beschwerte, sah die Behörde keinen Grund zum Einschreiten. Sechs Veranstaltungen gingen klaglos über die Bühne, und (fast) alle freuten sich über die Belebung der Innenstadt.

„Tausende Menschen werden unterschreiben“

Doch jetzt ist (vorerst) Schluss! Anzeigen von Anrainern haben ein sofortiges Musikverbot erwirkt.

Die Antwort folgte prompt – mit einer Unterschriftenaktion. „Wollen Sie, dass Blasmusik, Volksmusik und Austropop als wertvolles Kulturgut unserer Region erhalten bleiben?“, befragt Brauhof-Chef Othmar Seidl die Bürger. Er verweist auf mehrere hundert Solidaritätserklärungen, die er bereits in der Hand hat. Letztlich rechnet Seidl mit tausenden Unterschriften.

Im Biergarten, da geht die Post ab! Im Bild: Stimmung mit der „Jazz-Gitti“.
Lechner

Wie geht es weiter? Alle noch angesetzten Auftritte werden abgesagt (Trachtenkapelle Langenlois, Musikverein Goldwörth, Trachtenkapelle Senftenberg und Musikverein Engabrunn). Dennoch erwartet Seidl mittelfristig einen Fortbestand des Frühschoppens: „Ich bin mir sicher, dass wir eine Lösung finden, die rechtlich gedeckt ist. Man kann über alles reden, etwa über Lärmschutz.“

Mittlerweile kann Seidl auch mit dem „politischen Willen“ rechnen, das Musikverbot aufzuheben. „Es wird sich eine Lösung finden“, kündigt Bürgermeister Reinhard Resch fast wortgleich mit Seidl an. Und Wirtschaftsstadtrat Erwin Krammer meint sogar: „In eine Stadt wie Krems gehört Leben hinein. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es kein Miteinander gibt.“

Umfrage beendet

  • Soll es im Hofbräu Musik-Events geben?