Betriebe als Ausbildner: Lehre hoch im Kurs. Zahl der Lehrlinge in der Region Kampseen leicht gestiegen.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 27. Februar 2021 (05:54)
Firmenchef Martin Simlinger (2. v. l.) ist seit Jahren Kooperationspartner der MS Gföhl bei Berufsinfo-Aktivitäten und setzt auf Lehrlinge im Familienbetrieb: Aktuell in Ausbildung sind Nikolaus Fröschl, Stefan Klaffl sowie ab Herbst Elias Reither und Niko Schwarz-Klaffl (v. l.).
Holzbau Simlinger

Als krisenfest beweisen sich die Betriebe der Region Kampseen. War zwar ein beträchtlicher Teil von wirtschaftlichen Einbußen im Zuge der Corona-Pandemie betroffen, hat sich das bisher allerdings kaum in der Rolle als Ausbildner von Lehrberufen ausgewirkt.

Die Anzahl der Lehrlinge in der Kampseen-Region beträgt derzeit 76. Diese Zahl liegt damit um zwei höher als 2018. Die meisten Lehrlinge werden aktuell in der Stadtgemeinde Gföhl ausgebildet: Hier haben 37 Jugendliche einen Lehrvertrag mit heimischen Unternehmen. Vor allem im Bereich handwerklicher Berufe werden dringend Lehrlinge gesucht.

Etwas auf der Bremse steht man derzeit in Branchen, die von den Lockdown-Regeln besonders betroffen sind, wie etwa Frisöre. Dass das Image von Lehrberufen im Kurs gestiegen ist, beweisen unter anderem die zahlreichen Anmeldungen für die Polytechnische Schule (PTS) Gföhl, die im kommenden Schuljahr 2021/22 neu startet.

Vernetzung mit den Betrieben wichtig

Gemeinsam mit der Gföhler Wirtschaft und der Region wird im Herbst wieder der traditionelle Berufsinformationstag in der MS Gföhl stattfinden. „Die Zusammenarbeit der Schule mit den Betrieben und der Schwerpunkt Berufsinformation ist seit Jahrzehnten eine wichtige Säule der Mittelschule Gföhl“, unterstreicht Berufsinfo-Lehrerin Helga Schön.

Das Unterrichtsfach „Berufsinformation“ ist aber auch bei den Dritt- und Viertklässlern der MS Rastenfeld ein Fixpunkt im Stundenplan, um den Schülern Orientierung für ihren Weg in die berufliche Zukunft zu geben.

Auch in Rastenfeld setzt man auf Schnuppertage in regionalen Betrieben, bei denen die Schüler einen Blick hinter die Kulissen machen dürfen. Auch Exkursionen, Lehrausflüge und die Zusammenarbeit mit dem WIFI Gmünd sollen helfen, die Berufswahl und damit den weiteren Ausbildungsweg zu erleichtern.

Lehrlinge aus der Region zeigten auf

Heimische Lehrlinge zeigten auch immer wieder bei internationalen Wettbewerben auf: So krönte sich Matthias Lemp aus Marbach im Jahr 2003 in St. Gallen zum Weltmeister der Installateure, Claus Weber aus Gföhl holte den Titel abermals im Jahr 2009 ins Waldviertel. Der Eisengrabener Christoph Mayerhofer wurde 2015 Vize-Europameister der Hafner und Klaus Lehmerhofer aus dem Mittelbergeramt 2018 Mechaniker-/KFZ-Technik-Europameister.

Einige von ihnen haben eigene Firmen gegründet und bilden mittlerweile selbst wiederum Lehrlinge aus. So auch Berufsweltmeister Matthias Lemp: „Lehrlinge sind sehr wichtig – ohne sie haben wir keine Zukunftsmöglichkeiten. Für mich ist es gut vorstellbar, dass in Zukunft wieder mehr Leute auf die Lehre setzen – ich empfehle es auf jeden Fall!“