Ehrenamtliche in Wahlkampf gezogen

Erstellt am 25. Jänner 2023 | 04:16
Lesezeit: 3 Min
440_0008_8577351_kre04ltw_oevp_unterstuetzer_top.jpg
Landtagsabgeordneter Josef Edlinger mit den ÖVP-Unterstützern, dem NÖ Rotkreuz-Vizepräsidenten Hans Ebner, Gastwirtin Ulli Amon-Jell, Ex-Wirtschaftskammer-Chef Gottfried Wieland, Ex-GEDESAG-Chef Alfred Graf und Steins Trachtenvereins-Aktivistin Wilfriede Emberger (von links).
Foto: ÖVP
Debatten um Vereinnahmung in der Region Krems: ÖVP Grafenegg nützte FF-Haus, Rotkreuz-Landesvize für Mikl-Leitner.
Werbung

Wie sehr dürfen sich Vertreter von Feuerwehr und Rotem Kreuz im Wahlkampf engagieren? Diese Debatte beherrscht im Bezirk gerade das Wahlkampffinale.

440_0900_552993_noe99logo_ltw2023.jpg
Foto: NOEN

Stein des Anstoßes war, dass die FF Etsdorf ihre Garage und ihren Barwagen der ÖVP für einen Wahlkampfevent zur Verfügung stellte. Bürgermeister Manfred Denk, selbst ÖVP-Kandidat: „Wir haben Halle und Wagen ordnungsgemäß von der FF gemietet. Das war keine Gefälligkeit, das war ein Geschäft.“ Und in Richtung des ersten Kritikers, des SPÖ-Spitzenmannes Christian Schuh, der selbst FF-Aktivist ist („Feuerwehr hat nichts mit Parteipolitik zu tun. Da wurde eine rote Linie überschritten!“) meint er: „Man sollte sich erkundigen, bevor man die FF anpatzt.“ Im Übrigen seien 530 Euro gesammelt worden, die die ÖVP verdoppelt und an „Hilfe im eigenen Land“ spenden wird.

Seitens der FF Etsdorf bedauert man, dass man so in die Wahl-Auseinandersetzung hineingezogen wurde. „Im Nachhinein ist man immer gescheiter“, meint Kommandant Dieter Ramssl im NÖN-Telefonat. „Aber wir würden das jetzt nicht mehr machen.“

Dass die FF auch von der SPÖ instrumentalisiert worden sei, betont die ÖVP – mit Verweis auf den Kremser SPÖ-Stadtchef Reinhard Resch, der im Wahlkampf 2022 Plakate mit ihm vor Feuerwehrmännern und FF-Auto affichieren ließ. SPÖ-Schuh: „Das hat mir damals auch nicht gefallen!“

In einem Brief an die Kommandanten hatte sich FF-Bezirkskommandant und Landesvize Martin Boyer gegen eine Aktion verwehrt, in der die FPÖ die Florianis umworben hatte: „Wir wollen nicht für parteipolitische Zwecke instrumentalisiert werden.“ Für Ärger hatte gesorgt, dass die Daten von einer Feuerwehr-Kommunikationsplattform stammen.

In einem lokalen Unterstützungskomitee trat zuletzt auch Hans Ebner auf. Er ist Vizepräsident des Roten Kreuzes NÖ und posierte mit anderen (deklarierten ÖVP-Gefolgsleuten) für Johanna Mikl-Leitner.

Sowohl die ÖVP-Bezirksorganisation als auch Ebner selbst sehen den Auftritt Ebners „als Privatperson“. Der Langenloiser, der keine Uniform trägt, aber seine Bekanntheit dem langjährigen RK-Engagement zu verdanken hat: „Darf ich keine politische Gesinnung haben und öffentlich kundtun?“ Er sei seit Langem ÖVP-Mitglied und sehe auch den Rotkreuz-Grundsatz der Unparteilichkeit nicht verletzt. „Wir reden im Land mit allen“, verweist er auf gute Kontakte zu SPÖ-Landesrätin Königsberger-Ludwig. „Wir halten uns immer alle Türen offen, aber man muss sich mit den politisch Handelnden arrangieren.“

Werbung