Krems

Erstellt am 18. Januar 2017, 05:27

von Karl Pröglhöf

Mörder-Pilz verschont (noch) unsere Eschen. Aus Asien eingeschleppter Pilz bringt Bäume zum Absterben. Auwälder sind besonders gefährdet. & Beate Steiner

Das „Falsche weiße Stengelbecherchen“ ist eine für Eschen tödliche  |  ikimedia/Amadej Trnkoczy (amadej)

Im Bereich Korneuburg wurden die Auwälder zum Sperrgebiet erklärt. Grund ist, dass zahlreiche Eschenbäume umgestürzt sind. Auslöser dürfte ein Pilzbefall sein. Das „Falsche weiße Stängelbecherchen“ bewirkt, dass die Eschenwurzeln unmittelbar am Stamm abfaulen. Dadurch verliert der Baum jeglichen Halt. Ohne jede Vorwarnung oder äußerlich ersichtlichen Grund (zum Beispiel Windangriff) kippen die befallenen Eschen aller Größen und jeden Alters, teilweise noch belaubt, aus den Wurzeln.

Der Bereich Krems ist bislang vom Pilzbefall verschont geblieben. Wolfgang Hirmke von der Forstabteilung der Bezirkshauptmannschaft: „Wir haben diesbezüglich bis jetzt keine Meldungen von Waldbesitzern.“ Auch in der Stadt Krems gibt es Entwarnung: „Wir haben den Baumbestand im Vorjahr überprüft und keinen Befall gefunden“, berichtet Stadtgartenamtsleiter Eduard Pauer. Etwa 200 der 3.000 im Kataster erfassten Bäume sind Eschen. Diese Baumart wird aber schon seit längerem nicht mehr nachgepflanzt.

Eschen kommen vorwiegend in Auwäldern und in der Nähe von Bächen vor. „Sie sind in unseren Wäldern aber keinesfalls dominant“, so Hirmke.

Weitere holzzerstörende Pilze

Dennoch rät er Waldbesitzern, den Baumbestand zu kontrollieren und speziell im Nahbereich von Gehwegen verdächtige Eschen zu fällen. Der aus Asien eingeschleppte Schlauchpilz verursacht nämlich rasch ein Absterben von Trieben, Zweigen und Ästen. Dann verliert der Baum seine Standsicherheit durch weitere holzzerstörende Pilze, bis schließlich die gesamte Esche abstirbt oder umstürzt.

An befallenen Bäumen sind zunächst kleine Rindennekrosen zu sehen, das ist totes Rindengewebe. Diese führen zum Absterben von Trieben und Zweigen. An schon länger abgestorbenen Ästen erscheinen dann die Fruchtkörper verschiedener Pilzarten, die den Baum zusätzlich schädigen. In der Vegetationszeit findet man oberhalb der Rindennekrosen welkende und später braun bis schwarz verfärbte vertrocknete Blätter, die lange am Baum hängen bleiben.

Forstfachleute auf der ganzen Welt bemühen sich nun, besonders pilzresistente Bäume zu züchten, was jedoch Jahrzehnte dauert.