Parasiten im Wald: Vorsicht vor der Hirschlausfliege. Hirschlausfliegen machen Aufenthalte in Wäldern äußerst unangenehm. Die Insekten beißen sich in der Kopfhaut fest und können dabei Krankheiten übertragen.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 30. Juni 2018 (06:27)
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Die Hirschlausfliege beißt sich in der Kopfhaut fest. Symbolfoto: Shutterstock/MegSopki

„Kaum geht man in den Wald, ist man innerhalb kürzester Zeit von diesen elendigen Biestern bedrängt“, erzählt ein NÖN-Leser von seinen Spaziergängen im Kamptal, rund um den Manhartsberg und im Gföhlerwald. Mit den „Biestern“ gemeint ist die Hirschlausfliege, ein etwa fünf Millimeter langes, rotbraunes Insekt, das sich vornehmlich vom Blut von Hirschen, Rehen und anderen Tieren ernährt.

Aber auch Menschen sind vor dem Blutsauger nicht gefeit. Sie steuern direkt das Kopfhaar an und arbeiten sich von dort mit ihren Greifbeinchen zur Kopfhaut vor, um ihren schmerzhaften Biss zu setzen.

Als Überträger von Bartonellosen durchaus gefährlich

„Sie saugen dann ein- bis zweimal Blut pro Tag. Sie zu erwischen, ist relativ schwierig, weil sie nach der Landung auf dem Kopf ihre Flügel abwerfen und dann schnell hin- und herkrabbeln. Man bekommt sie am besten raus mit durchkämmen und einer gründlichen Kopfwäsche“, erzählt Georg Duscher, stellvertretender Leiter des Institutes für Parasitologie an der Veterinärmedizinischen Universität Wien.

Die Hirschlausfliege ist aber nicht nur wegen ihrer Ernährungsweise ein lästiger Zeitgenosse, sondern als Überträger von Bartonellosen durchaus gefährlich. „Die Forschung dazu ist leider etwas vernachlässigt worden. Im Extremfall kann aber auch der Herzmuskel angegriffen werden“, so Duscher.

Zum Schutz vor den Insekten empfiehlt der Parasitologe, beim Waldspaziergang auf die Bekleidung zu achten: „Es gibt Theorien, dass die Hirschlausfliege auf optische Reize reagiert, im speziellen auf Kontraste. Grundsätzlich ist das Tragen einer Kopfbedeckung im Wald empfehlenswert. Ist man mit einem Kinderwagen unterwegs, kann man ein Moskitonetz darüber spannen.“

Viel Erfahrung mit Insektenbissen hat die Kremser Hautärztin Susanne Schätz. „Die Bisse können nicht immer dem auslösenden Insekt zugeordnet werden. Deswegen bleibt diese kleine, lästige Fliege oft unerkannt und spielt in Fachkreisen eine untergeordnete Rolle.“