Weißenkirchen: Polizei organisierte Hilfe für ukrainische Flüchtlinge

Erstellt am 19. Mai 2022 | 10:08
Lesezeit: 3 Min
Eine ukrainische Familie fuhr mit einem stark beschädigten Auto durch Wösendorf (Gemeinde Weißenkirchen). Polizeibeamte hielten den fahruntüchtigen Wagen an und halfen den Insassen, die auf der Flucht vor dem Krieg in ihrer Heimat sind, eine Reparatur und eine Nächtigung in der Wachau zu finden.
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Am Dienstagnachmittag nahmen Bedienstete der Polizeiinspektion Weißenkirchen in der Wachau einen stark beschädigten Pkw mit ukrainischem Kennzeichen auf der B3 im Ortsgebiet von Wösendorf wahr. Wie die Landespolizeidirektion (LPD) NÖ am Donnerstag berichtete, war "die Windschutzscheibe des Autos zersprungen und die hinteren Fenster und Heckscheibe mit Plastikfolie überzogen." Die Beamten hielten das Fahrzeug in Spitz an.

Der Lenker, ein 30-jähriger Ukrainer, war mit seiner Ehefrau und seinen Eltern am 14. Mai aus Mariupol mit dem Pkw über Russland, Lettland, Litauen, Polen und Tschechien geflüchtet. Als Reiseziel gaben die Personen ein Domizil ihrer Bekannten in Italien an. Wie die Polizei in ihrer Aussendung berichtete, wies das Fahrzeug mehrere Einschusslöcher und Beschädigungen durch Granatsplitter auf. Die Weiterfahrt hätten die Polizisten nicht gestatten können und die notwendige Reparatur überstieg die finanziellen Möglichkeiten der Familie.  

Die Weißenkirchner Polizisten nahmen mit der Firma Birngruber Krems Kontakt auf. Deren Filialleiter Benjamin Braun erklärte sich bereit, das beschädigte Fahrzeug kostenlos zu reparieren. Der Bürgermeister von Weißenkirchen Christian Geppner wurde ebenfalls kontaktiert. Er organisierte eine Unterbringung und Verpflegung für die Nacht im Gästehaus seiner Mutter Inge in Spitz.

Die vierköpfige Familie mit ihren zwei Hunden hatten nur einen geringen Bargeldbetrag zur Verfügung. Seit ihrer Flucht hätten sie laut Polizeiangaben auf Parkplätzen im Auto oder in Flüchtlingsherbergen übernachtet. Sie konnten am Mittwoch nach der Reparatur die Fahrt, ohne entstandene Kosten, nach Italien fortsetzen.

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