Schildkröten-Schutz: Gnadenhof für die Turtles. „RespekTurtle“ heißt der Schildkröten-Gnadenhof Seebarn am Wagram: Ein Projekt, das neben Unterstützung auch dringend Platz für zahlreiche Neuzugänge benötigt.

Von Viviane Werdath. Erstellt am 22. Juli 2018 (05:09)

Mehr als 100 Schildkröten wurden im Vorjahr aufgenommen: entlaufen, im Tierheim abgegeben oder ausgesetzt. „Mit einer so hohen Nachfrage nach Plätzen hat niemand gerechnet“, erzählt RespekTurtle-Gründer Markus Putzgruber.

Seit drei Jahren bietet er ungeliebten Schildkröten eine artgerechte Überlebensinsel: Vier Teiche, drei Landschildkrötenanlagen und mehrere Quarantänebecken sind seither im eigenen Garten entstanden, dazu im Keller eine Innenanlage für die Überwinterung.

35 Arten aus der ganzen Welt werden hier betreut - und in naher Zukunft auch an Interessenten weitervermittelt. Neben verschiedensten Land- und Wasser-, Zier- und Schmuckschildkröten gibt es auch Problemkinder - wie die fleischfressenden Alligatorschildkröten, die in Purkersdorf ausgesetzt worden waren. „Das ist kein Spaß mehr, denn ihre Bisskraft ist enorm“, stellt der Fachmann klar.

Das Problem ist fast immer mangelndes Wissen über die Reptilien. Beim Kauf oder der Mitnahme aus exotischen Ländern scheint niemanden zu beschäftigen, dass das niedliche Schildkröten-Baby womöglich 80 Kilo schwer und fast einen Meter lang werden kann und 100 Jahre oder länger lebt. Auch dass Sonnenlicht bei der Haltung unverzichtbar ist und Aquarien oder Terrarien ungeeignet sind, wissen oder beachten die wenigsten.

Am Turtles-Gnadenhof wollen u.a. jährliche Tierarztkosten von 11.000 Euro finanziert werden. Mit Spenden und Patenschaften kann geholfen werden: Spendenkonto: Sparkasse Langenlois, Verein RespekTurtle, BIC: SPLSAT21XXX, IBAN: AT18 2023 0000 0050 8689.