Erstellt am 08. Oktober 2012, 00:00

Rinke-Rücktritt nach Debakel: Resch ist vorne!. Überraschung / Die 5 Mandate Verlust bei der ÖVP teilen sich auf die Kleinparteien auf.

Jubel bei der SPÖ im Rathaus: Gerda Ringhofer, Nationalrat Ewald Sacher, Albert Kisling, Eva Hollerer, Klaus Bergmaier, Bürgermeisterkandidat Reinhard Resch, Alfred Scheichel und Landesgeschäftsführer Günter Steindl. Lechner  |  NOEN
KREMS | Noch ehe das Endergebnis der Gemeinderatswahl am Sonntag feststand, verkündete Bürgermeisterin Inge Rinke um 19.04 Uhr vor laufender ORF-Kamera ihren Rücktritt. Knapp eine Stunde später stand das ganze Ausmaß des Debakels fest: Die ÖVP sackte mit einem Minus von fünf Mandaten auf einen historischen Tiefstand von 15 Sitzen ab. Die SPÖ mit Vizebürgermeister Reinhard Resch ist erstmals seit 1950 mit 16 Mandaten die stimmen- und mandatsstärkste Partei.
Die kleinen Parteien machten nach dem Desaster von 2007 wieder Boden gut. Die FPÖ stockte auf 3 Sitze auf (+1), Kommunisten und Grüne legten ebenfalls jeweils um ein Mandat zu und haben nun wie die Bürgerliste UBK, die erstmals kandidierte, zwei Vertreter im Stadtparlament. Franz Stieger („Gerechtigkeit für Krems“) ging leer aus.

Rinke: „Übernehme die Verantwortung!“

„Unser Sparkurs der vergangenen fünf Jahre wurde von den politischen Mitbewerbern nicht mitgetragen. Uns ist es nicht gelungen, der Bevölkerung unsere Leistungen wie universitäre Einrichtungen, Hochwasserschutz und Schulzentrum zu vermitteln“, übernahm Rinke dafür die politische Verantwortung. Noch während sie ihren Rücktritt bekannt gab, wurde von ihrem Wahlberater Lukas Leitner die Nachricht auch schon per E-Mail versendet.
Damit endet die Ära von Rinke nach genau fünf Jahren. Damals hatte sie im parteiinternen Vorzugsstimmenduell mit dem damaligen Stadtchef Franz Hölzl knapp die Nase vorn.

Resch: „Die Stadt braucht Zusammenhalt!“
Die ÖVP verlor mehr als 1.300 Stimmen. Der SPÖ genügte es, zehn Prozent davon zu gewinnen und damit die bisherigen 16 Mandate zu halten.
Spitzenkandidat Reinhard Resch: „Ich bin angetreten, um die Stadt zu führen, und ich werde versuchen, einen ganz großen breiten Konsens zusammenzustellen.“

Gemeinderat mit sechs Parteien bunt wie nie!

Zum ersten Mal werden im kommenden Stadtparlament sechs Parteien vertreten sein. Zu den bisherigen „Kleinparteien“ FPÖ, KLS und Grüne, die jeweils ein Mandat zulegen konnten, ist auch die Bürgerliste UBK mit ihrem Spitzenkandidaten Adi Krumbholz, die erstmals angetreten ist, mit von der Partie. „Wir werden von der ersten Stunde an arbeiten für Krems und für die Bürger, und wir werden alles daransetzen, dass Krems besser wird als jetzt.“
Wolfgang Mahrer (KLS): „Wir haben fünf Jahre lang intensiv Aufklärung über die Kremser Politik und die Hintergründe gemacht, und ich bin glücklich über dieses Ergebnis.“

FPÖ-Rückkehr in den Stadtsenat

Der Absturz der ÖVP um 10 Prozentpunkte auf 36,2 hat auch Auswirkungen auf den zehnköpfigen Stadtsenat. Aus der bisherigen 6:4-Mehrheit ist ein 5 SPÖ : 4 ÖVP : 1 FPÖ geworden. Die Freiheitlichen sind damit nach längerer Absenz wieder in diesem Entscheidungsgremium vertreten. „Wichtig ist, welche Rolle wir in Zukunft spielen können. Das werden Verhandlungen zeigen, die Palette ist bunter und größer geworden“, so Spitzenkandidat Walter Rosenkranz.