Erstellt am 07. Oktober 2012, 19:26

Rinke warf Handtuch - SPÖ überholt ÖVP. Nach starken Verlusten bei der Gemeinderatswahl zog ÖVP-Bürgermeisterin Inge Rinke noch am Wahltag die Konsequenzen. SPÖ überholt die ÖVP im Stadtparlament.

Das Auszählen der Stimmen gestaltete sich bei der sonntägigen Gemeinderatswahl in Krems besonders schwierig. Um 19 Uhr sollte das Ergebnis bekannt gegeben werden, erst gegen 19.45 Uhr stand es aber fest. Der ÖVP bereitete es eine bittere Überraschung. Diese verlor fünf Mandate und rutschte im Stadtparlament hinter die SPÖ, obwohl diese kein Mandat dazugewann. Die übrigen Stadtparteien – FPÖ, Grüne, KLS (Kommunisten) – gewannen je ein Mandat dazu, die Bürgerliste UBK zog mit zwei Mandaten in das Rathaus ein.

ÖVP-Bürgermeisterin Inge Rinke hatte zu diesem Zeitpunkt bereits die Konsequenzen gezogen. Sie kündigte ihren Rücktritt zu einem Zeitpunkt an, als noch kein endgültiges Ergebnis vorlag. Rinke: „Wir haben uns in den letzten Jahren zu einem klaren Sparkurs bekannt, der jedoch von den anderen Parteien im Wahlkampf nicht unterstützt wurde. Ich übernehme für dieses Ergebnis die persönliche Verantwortung.“
Im ORF wurde daraufhin bereits SPÖ-Spitzenkandidat Reinhard Resch als künftiger Bürgermeister anmoderiert. Allerdings dürfte dahin der Weg noch weit sein. Die kleineren Parteien haben sich am Wahlabend nicht deklariert, ob sie der ÖVP oder der SPÖ bei der Bürgermeisterwahl die Stimmen geben werden. FPÖ-Spitzenkandidat Walter Rosenkranz: „Wir werden sehen, welche Konzepte auf den Tisch gelegt werden.“

Reaktionen im Land: SPÖ fordert Stadtchef
Die Reaktionen auf Landesebene: ÖVP-Landesgeschäftsführer Gerhard Karner sprach von einer Entscheidung Rinkes, die man respektieren müsse. Und: „Es war die erwartet knappe Entscheidung in Krems. Auslöser war sicherlich die umstrittene Parkzonen-Diskussion. Jetzt gilt es, aufgrund des knappen Ergebnisses, Gespräche im Sinne der Stadt zu führen.“
Sein SPÖ-Kontrahent Günter Steindl sprach von einem wunderschönen Tag für das Team Resch, für die SPÖ Krems und für die Landes-SPÖ. Die ÖVP wäre für ihre Überheblichkeit abgestraft worden. Steindl: „Resch hat jetzt Anspruch auf den Bürgermeistersessel.“
Was die FPÖ nicht so klar sieht. Landesgeschäftsführer Martin Huber: „Wir sind in Krems für alle Gespräche offen.“ Grundsätzlich sei es ein schöner Tag, die Showpolitik sei abgewählt worden. Huber: „Wir freuen uns riesig.“
Ähnlich die Freude bei Thomas Huber von den Grünen über den Zugewinn: „Es war der Erfolg von jungen, dynamischen Kandidaten. Wir sind auf einem guten Weg.“ Das sei auch für die Landesebene wichtig.
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