Betrugsverdacht: Polizeieinsatz auf Tankstelle. Betrugsverdacht | Unternehmer schrie eine Kundin an. Kind (7) total verängstigt. Polizei musste zu Hilfe kommen.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 21. Mai 2020 (06:54)
Auf der Top-Tankstelle in Rohrendorf ereignete sich am 14. Mai der Zwischenfall, den die Beteiligten naturgemäß unterschiedlich schildern. Fest steht, dass zwei Streifenwagen anrückten.
Foto: Martin Kalchhauser

Weil sie mit Gutscheinen bezahlen wollte, die ein Mitarbeiter der Top-Tankstelle in Rohrendorf nicht ordnungsgemäß verbucht hatte, geriet am 14. Mai eine Frau aus Brunn im Felde unter Betrugsverdacht. Im Zuge der Debatte wurde sie nach eigenen Angaben vom Tankstellen-Inhaber angeschrieen.

Mit Gutscheinen, die ihr Mann vor rund einem Jahr für seine Eltern gekauft hatte und die sie an die Schwiegertochter weitergegeben hatten, wollte Claudia Polat ihre Tankrechnung bezahlen. Sie staunte nicht schlecht, als sie vom persönlich anwesenden Besitzer Said Hetaba gefragt wurde, von wo sie diese habe. Dann erfuhr sie, dass die Gutscheine nicht gekauft, sondern einfach „genommen“ worden seien. Sie stand damit gewissermaßen unter Betrugsverdacht.

 „Der Mann hat so laut geschrieen mit mir, dass meine Tochter aus dem Auto hereingekommen ist und gefragt hat, was los ist.“ Claudia Polat, Kundin

 Die Erklärung der Frau, wie die Scheine zu ihr gekommen seien, war zwecklos. Laut Darstellung der Frau geriet ihr Gegenüber immer mehr in Rage. „Er hat so gebrüllt, dass meine siebenjährige Tochter, die draußen im Auto gewartet hat, hereingelaufen ist und gefragt hat, was los ist“, erinnert sich Polat. „Und obwohl mein Kind dann neben mir war, hat er sich nicht besänftigen lassen.“ Ein anderer Kunde habe sogar angeboten „,den Schiedsrichter zu spielen“.

Schließlich reichte es der Kundin, und sie alarmierte die Polizei. Beim Eintreffen zweier Streifenwagen beruhigte sich die Situation dann endlich. Die Sache war zu regeln. Die Gutscheine wurden akzeptiert, der Restbetrag ausbezahlt. „Diese Tankstelle betrete ich nie wieder!“ Ihre Tochter habe sie eindringlich ersucht, sie möge nie wieder dort tanken – und erinnert sich jedesmal beim Vorbeifahren an den unliebsamen Zwischenfall.

Hetaba dementiert, dass er mit der Frau geschrieen habe. Im Gegenteil: Sie sei „aufgeregt“ gewesen. „Die Gutscheine waren nicht als verkauft registriert, weil ein Angestellter von mir sie nicht verbucht hat.“ Dieser habe vergessen, das Geld aus dem Verkauf in die Kasse zu legen. Es handle sich um einen alten, vergesslichen Mann. Das sei der Grund für die Nachfrage nach der Herkunft der Bons gewesen. Sein Mitarbeiter, der an diesem Tag Dienst hatte, habe der Frau zuerst nur gesagt, die Gutscheine seien ungültig. „Ich habe dann versucht, das zu erklären – aber die Frau hat die Polizei gerufen. Die Sache ist aber damit für mich erledigt.“