Die Heimat ruft Datler: Kremser Lokal statt Thailand. Martin Datler will nach 20 Jahren in Thailand ein Lokal in Krems eröffnen.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 05. Februar 2020 (05:14)
Seit 16 Jahren betreibt Martin Datler das „Kremser‘l“ auf der Insel Phuket. Nach Krems möchte der 60-JährigeGerichte aus seinem „Exil“ mitnehmen.
privat

Er hat den Tsunami 2004 live miterlebt und ist aktuell näher an der Coronavirus-Gefahrenzone dran als die meisten anderen Österreicher. Wenngleich das Ansteckungsrisiko am Patong Beach natürlich nicht gerade hoch ist. Martin Datler hat nach 20 Jahren trotzdem genug von Schnitzel, Schweinsbraten und faschiertem Braten unter der aktuell über 30 Grad heißen thailändischen Sonne.

Der Gastronom möchte in seine geliebte Heimatstadt Krems zurückkehren. Nicht etwa, um mit seinen 60 Jahren die Füße hochzulegen. Nein, der Gastronom und Chef des österreichischen Restaurants „Kremser‘l“ auf der Insel Phuket möchte ein Lokal in der Innenstadt eröffnen.

„Endlich wegkommen vom Nachtgeschäft“

Datlers Wunschobjekt: das „Köstlich Krems“ am Täglichen Markt, besser bekannt unter seinem früheren Namen „Schmankerl“. Das kleine Restaurant schloss mit Jahresende, der Mitgründer des legendären Bierlokals „Piano“ in Stein will es mit Kaffee, Wein, Mehlspeisen, Salaten und Thai-Gerichten wiederbeleben. „Ich bin überzeugt davon, dass die thailändische Küche eine der besten weltweit ist“, glaubt Datler an die Krems-Kompatibilität der scharfen und gewürzintensiven Speisen.

Ein wichtiger Punkt für den 60-Jährigen: „Endlich wegkommen vom Nachtgeschäft.“ Im ‚Kremser‘l‘ steht Datler von acht Uhr morgens bis zwei Uhr nachts im Restaurant. In Krems soll sich das ändern, der Bruder von Erich Datler, der am Dreifaltigkeitsplatz das Stadtgasthaus zum Goldenen Hirschen betreibt, möchte um 20 Uhr zusperren. Bis Datler sein Comeback feiert, könnte es allerdings noch ein bisschen dauern. Erst müssen in Thailand letzte Fragen geklärt werden, entscheiden wolle er sich zwischen März und April.

Das erste Mal als Urlauber gekommen, überzeugte der langjährige Kremser Nachetablissement-Unternehmer Helmut Hagen Datler im Jahr 2000 von einem Engagement in seiner Bungalowanlage, die er nach vier Jahren verließ und das „Kremser‘l“ eröffnete. Es sollte ein Erfolg werden. 300 Essen verkaufte Datler früher an seine vornehmlich aus Österreich, Deutschland oder der Schweiz stammenden Gäste. Heute seien es nur mehr rund 120.

Das Meer würde der 60-Jährige im Falle einer Rückkehr nach Krems übrigens nicht vermissen. In den ersten zehn Auslandsjahren war Datler kein einziges Mal im angenehm warmen Indischen Ozean.