„Manchmal steht ein Kind weinend da...". Die NÖN fragte die Kremser Schulsozialarbeiterin Sigrid Schmid, wo die Probleme liegen und was sie sich wünschen würde.

Von Petra Vock. Erstellt am 29. Februar 2020 (03:43)
Hat ein offenes Ohr für die Probleme der Schüler: Schulsozialarbeiterin Sigrid Schmid.
Kalchhauser

Der Verein Young bietet an 45 Schulen in NÖ „x-point Schulsozialarbeit“ an – in Krems in der Neuen Mittelschule und im Piaristengymnasium. Die NÖN sprach mit Schulsozialarbeiterin Sigrid Schmid.

NÖN: Mit welchen Problemen kommen Schüler zu Ihnen?

Sigrid Schmid: Es gibt im Grunde nichts, was es nicht gibt. Die Themen reichen von Streitereien über Prüfungsangst bis zu Mobbing, familiären Problemen, Sexualität und Gewalt. Ich weiß nie, was mich erwartet: Manchmal steht schon ein Kind weinend da, wenn ich komme.

Was für Hilfe können Sie bieten?

Schmid: Wenn es Konflikte gibt, wird versucht, diese gemeinsam mit allen Beteiligten zu lösen. Bei Bedarf vermittle ich an adäquate Hilfssysteme wie Nachhilfe, Ärzte, Psychologen, Therapieplätze ... Oft geht es um die Stärkung des Selbstwerts, und manchmal genügt schon ein kleiner Tipp, damit ein Schüler sich selbst aus einer Sackgasse wieder befreien kann.

Wie finden die Schüler zu Ihnen?

Schmid: Vom Konzept her ist es ein niederschwelliges Angebot: kostenlos, freiwillig, vertraulich. Ich stelle mich bei den ersten Klassen und beim Elternabend vor. Im Piaristengymnasium gibt es ein Projekt gemeinsam mit der Schulärztin. Die Schüler können auch telefonisch, per E-Mail oder über eine Nachricht im x-point-Briefkasten Kontakt mit mir aufnehmen.

Woran merken Sie, dass Ihre Arbeit den Jugendlichen hilft?

Schmid: An den positiven Rückmeldungen von Eltern, Schülern und Lehrern!

Was würden Sie sich für Ihre Tätigkeit wünschen?

Schmid: Ich würde mir wünschen, dass es überall Schulsozialarbeit gibt und außerdem mehr Stunden an allen Schulen für individuelle Unterstützung und ein besseres Miteinander.