68-Jährige abgestürzt: Taubergung vom Seekopf. Auf dem Aufstieg zum Seekopf verlor am frühen Nachmittag des Freitags, 8. Mai, eine Frau aus Türnitz den Halt und stürzte über 20 Meter weit ab. Die schwerst verletzte Bergsteigerin musste im Zuge einer Taubergung vom Notarzthubschrauber gerettet werden.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 10. Mai 2020 (18:58)
Der für eine Taubergung ausgerüstete Notarzthubschrauber Christophorus 15 kam der abgestürzten Türnitzerin in der Wachau zu Hilfe.
helirescue.at

Im Krankenhaus endete für eine Türnitzerin (68) eine Klettertour auf den Seekopf in St. Lorenz, Gemeinde Rossatz-Arnsdorf.

Am Stoasteig ausgerutscht

Die Pensionistin war gemeinsam mit drei Bergkameraden - 54, 59 und 66 Jahre alt - auf dem sogenannten Stoasteig unterwegs. In der steinigen, von vielen Baumwurzeln durchzogenen steilen Rinne rutschte sie beim Bezwingen einer rund einen Meter hohen Steinstufe mit der rechten Hand ab.

Absturz in schroffem Gelände

Die Frau verlor dadurch den Halt und stürzte zuerst über eine rund eineinhalb Meter hohe Felskante und in weiterer Folge fünf Meter senkrecht in die Tiefe. Schließlich kollerte sie noch, sich mehrmals überschlagend, weitere 15 Meter durch das schroffe Gelände talwärts. 

Bergrettung Wachau im Einsatz

Dabei erlitt die Freizeitsportlerin zahlreiche Brüche an beiden Armen, Beinen und im Beckenbereich sowie Serienrippenbrüche. Zur Rettung der Schwerverletzten musste die Bergrettung Wachau ausrücken. Den Helfern gelang es, die Frau auf der Vakuummatratze durch unwegsames Gelände zu einem Punkt zu bringen, von wo aus eine Bergung durch den Rettunghubschrauber möglich war.

Taubergung klappte perfekt

Der für Taubergungen ausgerüstetet ÖAMTC-Notarzthubschrauber Christophorus 15, der in Haselgraben bei Ybbsitz (Bezirk Amstetten) stationiert ist, kam zu Hilfe. Nach der Versorgung an Ort und Stelle wurde die Frau am Tau vom Notfallort zu einer Stelle in flachem Gelände geflogen, wo sie in den Hubschrauber verladen werden konnte.

Endstation Uni-Klinikum Krems

Die polytraumatisierte Patientin landete schließlich mit Hilfe der "Gelben Engel" im Universitätsklinikum Krems, wo ihre zahlreichen Verletzungen behandelt werden. Die anderen Kletterer blieben heil und kamen ohne fremde Hilfe unverletzt ins Tal.