Heizungsprobleme in Mautern: „Wir werden gegrillt!“. Unterschiedliche Bedingungen in zwei Wohnbauten in Mautern mit einer gemeinsamen Heizanlage ärgern die Bewohner. Die einen schwitzen, die anderen frieren. 

Von Isabel Schmidt. Erstellt am 06. Februar 2020 (06:27)
Monika Lutzer vor dem Heizraum der Wohnanlage: Während sie wegen der Überhitzung ihrer Räume die Fenster aufreißen muss, frieren die Wohnungsbesitzer im benachbarten Block.Karikatur: HansSchönthaller
Foto: Johann Lechner

Raumtemperaturen bis zu 27 Grad sind im Winter in der Wohnung Monika Lutzers keine Seltenheit. Regulieren lässt sich die Fußbodenheizung nicht. „Wir werden gegrillt“, beklagt die Mauternerin, die bereits seit 38 Jahren in dem Wohnhaus in der Burggartengasse lebt.

Das zweite Wohnhaus der Anlage, das nur wenige Meter entfernt ist, wird von der gleichen Heizanlage mitversorgt. Dort berichten Bewohner von einer maximalen Raumtemperatur von nur 20 Grad …

„Mir tut es jedes Mal leid, wenn ich das Fenster aufmachen muss“

Das Problem der beiden beim Fernwärmesystem hintereinander liegenden Wohnblöcke ist das schlecht regulierbare Heizsystem. Die Wohnungen in jenem Haus, in dem sich die zentrale Heizungsanlage befindet, sind völlig überhitzt.

„Mir tut es jedes Mal leid, wenn ich das Fenster aufmachen muss“, erzählt Lutzer, „aber eine andere Art der Regulierung gibt es nicht.“ Die Fußbodenheizung lasse sich nur ein- oder ausschalten. Im zweiten Wohnhaus ist es hingegen nicht möglich, die Räume auf die „Wohlfühltemperatur“ von 22 Grad zu bringen.

Die EVN versorgt die Wohnhausanlagen seit 19 Jahren mit Wärme. „Ich bin mir sicher, dass all das stimmt, was Frau Lutzer beklagt. Unsere Zuständigkeit endet aber bei der Wärmeübergabestelle“, erklärt EVN-Pressesprecher Stefan Zach. „Die Leitungen in den Bauten befinden sich im Eigentum der Hausgemeinschaft.“

Direktor Otmar Amon von der GEDESAG erklärt, dass dieses Problem bereits seit dem Bau der Häuser durch die Wohnbaugenossenschaft Austria AG (in den 1980er-Jahren) bestehe. „Die GEDESAG hat dieses Problem dann bei der Übernahme der Betreuung im Jahr 2014 geerbt.“ Mögliche Lösungsvorschläge wie die Trennung der beiden Heizkreise seien leider immer wieder bei den Hausversammlungen gescheitert. Wegen der hohen Kosten fand sich da nie eine Mehrheit für eine nachhaltige Behebung des Problems.

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