Debatte zwischen ÖVP und Bürgerliste. Eine Aussage des Listenführers der neu gegründeten Polit-Truppe in Senftenberg führt zum offenen Schlagabtausch.

Von Christian Leneis. Erstellt am 25. Januar 2020 (05:40)
Elmar Kuhn, Listenführer von „JA 2020“, fühlt sich zu Unrecht angegriffen.
NOEN

Der NÖN-Bericht über die Gründung der Bürgerliste „JA 2020“, der sich der ehemalige (und nach einem parteiinternen Zwist zurückgetretene) ÖVP-Bürgermeister Josef Ott und drei weitere ÖVP-Gemeinderäte angeschlossen haben, schlägt Wellen: In einer Aussendung protestieren die beiden Altbürgermeister Heinz Nuhr und Karl Steger gegen eine Aussage von „JA 2020“-Listenführer Elmar Kuhn, der im NÖN-Interview gesagt hatte, dass in Senftenberg „nicht alles rund läuft“ und die „alteingesessenen Parteien den Karren in den Dreck gefahren haben“.

„Als Bürgermeister, die schon in diesem Amt Verantwortung getragen haben, finden wir es unverantwortlich, dass sich der zurückgetretene Bürgermeister und zwei geschäftsführende Gemeinderäte hinter die Aussagen Kuhns stellen“, machen Heinz Nuhr und Karl Steger ihrem Ärger Luft.

Und weiter: „Das sind die Personen, die in der letzten Amtsperiode in der Position gewesen wären, den ,Karren’ sicher und gut zu lenken!“ Die Marktgemeinde Senftenberg sei gut aufgestellt, und „selbst der überraschende Rücktritt von Josef Ott hat keine Krise ausgelöst“, meinen Nuhr und Steger. Sie werfen Kuhn auch vor, dass er sie diskreditiere, obwohl er als Zweitwohnsitzer nur am Wochenende in der Gemeinde Senftenberg anzutreffen sei.

"Gesprächskultur habe zur Spaltung der ÖVP geführt"

„JA 2020“-Chef Elmar Kuhn seinerseits ortet „fadenscheinige Argumente“ in der Einmischung der beiden Altmandatare in den aktuellen Wahlkampf. „Mir ist es um die massiv belastete Gesprächskultur des letzten Jahres gegangen!“, stellt Kuhn klar. Diese Gesprächskultur habe zur Spaltung der Senftenberger ÖVP geführt und schließlich zum Rücktritt von Bürgermeister Josef Ott. Kuhn weiter: „Schade, dass die ÖVP jetzt ihre ,Altgranden’ ausgraben muss, um noch irgendetwas sagen zu können.“

Zum Vorwurf, Kuhn sei nur am Wochenende in Senftenberg anzutreffen, meint dieser: „Ich darf darauf hinweisen, dass auch der ÖVP-Obmann und Neo-Bürgermeister Stefan Seif und eine weitere ÖVP-Kandidatin erst seit Kurzem Einwohner mit Hauptwohnsitz in Senftenberg sind!“