Widerstand gegen Wohnbauprojekt

Anrainer in Senftenberg gehen auf die Barrikaden. Bürgermeister verteidigt Genehmigung: „Vorhaben wurde bereits verkleinert!“

Erstellt am 26. November 2021 | 07:14
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Treten gegen den geplanten großvolumigen Wohnbau im Bereich Senftenberg-Altau (im Bild der Plan) auf und sammeln Unterschriften: Walter und Brigitte Maier, Christopher Grün, Sandra Simlinger, Klaus Grübl und Herfried Pauser (v. l.).
Foto: Martin Kalchhauser

Über 200 Personen haben bereits eine Petition an die Gemeinde unterzeichnet, die verhindern soll, dass im Ortsteil Altau ein Mehrparteienhaus mit 67 Wohnungen samt Tiefgarage entsteht. Anrainer gehen gegen das Vorhaben auf die Barrikaden.

Eine lokale Bürgerinitiative möchte verhindern, dass auf einem Grundstück 2.000 m² Waldboden zubetoniert und die Verkehrslage – der Bereich ist nur über eine einspurige Brücke über die Krems erreichbar – verschärft wird. „Es geht uns vor allem aber darum, dass das Projekt in dieser Dimension unpassend ist“, erklärt Anrainer Walter Maier. „Wir hätten kein Problem, wenn dort Einfamilienhäuser gebaut würden.“ Er befürchtet eine verkorkste Situation, wie sie seit vielen Jahren am Pfeningberg im Ortsteil Imbach besteht, wo Bauland geschaffen wurde und Lkws bis heute nur über Umwege (Güterwege) zufahren können.

Gegen den positiven Baubescheid der ersten Instanz wurde Einspruch erhoben. Bürgermeister Stefan Seif, der selbst in diesem Bereich wohnt und mit Waldgrundstücken Anrainer des Areals ist, gibt zu: „Der Bereich wurde vor rund 30 Jahren als Bauland gewidmet. Heute würde das vielleicht nicht mehr genehmigt werden.“ Aufgrund der aktuellen Gesetzeslage (Widmung als Bauland) und nach Einholung eines Gutachtens habe er aber die positive Entscheidung fällen müssen. „Der Plan wurde schon abgeändert, sonst wäre das Bauprojekt noch größer ausgefallen.“

Seif, der den Standpunkt der Anrainer („Neben mir soll nicht gebaut werden!“) kritisiert, weist darauf hin, dass es sich beim Grund um „wertlose Steppe“, im Volksmund eine „G‘stettn“, handle. Der Verkehr (Zu- und Abfahrt) sei jedenfalls kein Problem. Im Übrigen bezweifelt der Gemeindechef, dass das Bauvorhaben angesichts der explodierenden Baumaterialkosten überhaupt realisiert wird.