Sichtbare Zeichen gegen Gewalt an Frauen. Eine Fahne vor dem Rathaus, das Steiner Tor und die Dreifaltigkeitssäule orange angestrahlt: Die Stadt Krems, die Frauenberatung Lilith, und die Soroptimistinnen setzen Zeichen gegen Gewalt an Frauen. ÖVP und FPÖ beklagen fehlende Einbindung.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 26. November 2020 (15:58)
Gemeinderätin Gabriele Mayer (SPÖ), Gertraude Keindl, Marlene Kerschner, Alexandra Koschier, Lisbeth Pölzinger (alle Frauenberatung Lilith) und Vizebürgermeisterin Eva Hollerer hissten vor dem Rathaus eine Fahne gegen Gewalt an Frauen.
Stadt Krems

"Orange the World", unter diesem Motto haben die Vereinten Nationen dazu aufgerufen, 16 Tage lang sichtbare Zeichen gegen Gewalt an Frauen zu setzen. Gestartet ist die Kampagne am 25. November, am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen, sie endet am 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte. 

Auch Krems tritt in dieser Zeit aktiv gegen Gewalt an Frauen auf. Gemeinsam mit der Frauenberatung Lilith und den Kremser Soroptimistinnen setzt die Stadt an drei Standorten das Thema optisch um. Vor dem Rathaus wurde eine Fahne mit der Botschaft "Nein zu Gewalt an Frauen - frei leben" gehisst. Das Steiner Tor, das im Oktober anlässlich des Brustkrebsmonat pink leuchtete, strahlt wie die Dreifaltigkeitssäule seit dem 25. November in Orange, der Farbe der Aktion.  

Die Stadträtinnen Sonja Hockauf-Bartaschek (ÖVP) und Susanne Rosenkranz (FPÖ) monierten, dass sie zum Fototermin zum Auftakt der Aktion gegen Gewalt an Frauen nicht eingeladen wurden.
Franz Aschauer

Am ersten der 16 Tage schoss die Pressestelle der Stadt ein Foto mit Vertreterinnen von Lilith sowie Gemeinderätin Gabriele Mayer und Vizebürgermeisterin Eva Hollerer von der SPÖ vor dem Rathaus. Die führenden weiblichen Mandatare der ÖVP und der FPÖ waren mit dieser Konstellation nicht glücklich. "Wir sind auch engagierte Kremserinnen aus der Politik und unterstützen diese Aktion. Man hätte uns einladen sollen", sagt ÖVP-Stadträtin Sonja Hockauf-Bartaschek.

"Gerade in dieser Sache sollten wir Frauen gemeinsam auftreten", meint Rosenkranz, dass die SPÖ schon Wahlkampf betreibe. Eine Unterstellung, die Vize Hollerer zurückweist: "Das ist an den Haaren herbeigezogen. Es steckt keine böse Absicht dahinter. Wenn ihnen das Thema so wichtig ist, hätten sie auch einfach proaktiv sein und anrufen können", richtet sie den beiden Oppositionspolitikerinnen aus.