Blutige Fehde in Kremser Arbeiter-Quartier. Verhaftung nach Rauferei. Bauarbeiter mussten Altstadt-Haus verlassen.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 23. Mai 2018 (06:26)
Das Rote Kreuz musste den Slowaken, der ebenso betrunken war wie sein Landsmann, versorgen und ins Klinikum Krems bringen. Foto: ÖRK/Andreas Mader
ÖRK/Andreas Mader

Ein seit längerer Zeit total überbelegtes Arbeiterquartier in der Torgasse in der Kremser Altstadt war das Pulverfass. Eine Auseinandersetzung zwischen zwei Männern, die zuvor reichlich dem Alkohol zugesprochen hatten, war der Zündfunke. Am Ende standen ein Schwerverletzter und eine Verhaftung …

Schon länger hatten sich Nachbarn des Hauses in der Torgasse beschwert. Immer wieder war es zur Lärmbelästigung gekommen. Eine ältere Dame hatte auch bereits Angst beim Passieren des Bereichs gemeldet.

Am Abend des 17. Mai eskalierte die Situation. Um 20.18 Uhr ging bei der Polizei ein Notruf ein, in dem eine Anruferin meldete, dass in der Torgasse eine Rauferei vor sich gehe. Sie konnte die Szene gut beschreiben, was der Polizei später die Arbeit erleichtern sollte.

 

Die Beamten konnten klären, dass es sich um eine handfeste Auseinandersetzung zwischen zwei Slowaken gehandelt hatte. Einer (24) – er war durch seinen nackten Oberkörper eindeutig identifizierbar – hatte den anderen (32) im Zuge eines Streits mit der Faust so heftig ins Gesicht geschlagen, dass dieser schwere Verletzungen (Jochbeinbruch, …) davontrug.

In der Folge kam es, weil sich der Verdächtige nicht ausweisen konnte, zur Festnahme. Dabei wurde der mutmaßliche Täter aggressiv und verletzte auch einen Polizisten leicht.

Raufhanseln waren total betrunken

Eine Befragung der Beteiligten konnte erst einen Tag später erfolgen, weil sie der deutschen Sprache nicht ausreichend mächtig und schwerst betrunken waren. Nach Aufnahme der Daten wurde der 24-Jährige wegen schwerer Körperverletzung und Widerstands gegen die Staatsgewalt angezeigt.

Die Arbeiter, die zu zehnt ein nur für fünf Personen geeignetes Quartier belegt hatten, wurden aus der Bleibe verbannt. Günter Wolfsberger, ein Nachbar, der nach dem nächtlichen Vorfall „Blutspritzer bis in zwei Meter Höhe“ festgestellt hatte, ist froh, dass sich die Situation jetzt voraussichtlich entspannt.

„Es ist einfach unverantwortlich vom Mieter, so viele Personen in eine Wohnung zu pferchen! Es ist klar, dass den Leuten dann der Platz zu eng wird und sie sich bis in die Nacht hinein draußen aufhalten.“ Der Lärm möge bei diesen daheim den Gepflogenheiten entsprechen, „aber hier, in der sonst ruhigen Altstadt geht das einfach nicht!“

Wie der von Wolfsberger mit Forderungen nach einer Änderung der Situation adressierte Hausverwalter Christoph Kirchhofer im Telefonat mit der NÖN betont, liege die Verantwortung im Bereich des Hausbesitzers. „Aber er hat jetzt versprochen, für Ordnung zu sorgen.“