Krems: Auto wird langsam total überwuchert. Anrainer fürchteten um Besitzer und alarmierten sogar schon die Polizei.

Von Martin Kalchhauser. Update am 28. Juli 2020 (11:29)
Ein Dauerparker mit Wiener Kennzeichen auf einem zunehmend verwildernden Privatgrund nächst der Wienerbrücke führte zu besorgten Anfragen.
Foto: Martin Kalchhauser

Seit Monaten ist ein Cabrio der Type Chrysler Stratus auf einem Privatgrund unweit der Wienerbrücke (am Beginn der Lederergasse) geparkt. Wenngleich das angemeldete Fahrzeug (mit Wiener Kennzeichen, aber abgelaufenem Pickerl) dort völlig legal steht, rief es doch besorgte Beobachter der Situation auf den Plan.

Einem in der Nähe wohnhaften Kremser fiel der Wagen schon vor mehreren Wochen auf. Er verständigte die Polizei. Doch die sah keine Veranlassung, etwas zu unternehmen. „Wir haben uns das Fahrzeug angeschaut, aber es gibt keinen Anlass für weitergehende Maßnahmen“, erfuhr die NÖN von dort. Eine eventuelle Nachforschung (in Wien) könnte der Besitzer als ungebührliche Belästigung empfinden, weshalb davon abgesehen worden sei.

Mittlerweile sind weitere vier Wochen vergangen, und das Auto steht nach wie vor auf seinem Platz. Bald wird es wegen der wuchernden Wildnis nur mehr teilweise zu sehen sein … „Was ist, wenn der Besitzer einem Verbrechen zum Opfer gefallen oder in Haus oder Wohnung verstorben ist?“, will ein anderer Kremser erreichen, dass doch Erhebungen erfolgen. „Auch wenn die Umgebung des Stellplatzes des Cabriolets nicht besonders attraktiv ist, wundere ich mich doch, dass der Besitzer sein Auto dort vor sich hinrosten lassen darf.“

Zur Sorge um den Halter des langsam zuwachsenden Wiener Fahrzeugs unweit der Wienerbrücke legt die Polizei Wert auf die Feststellung, dass man aufgrund eines Anrufs sehr wohl tätig geworden sei. Die Darstellung, dass die Polizei „keine Veranlassung sah, etwas zu unternehmen“, sei falsch. „Es wurden Ermittlungen unternommen und Anfragen getätigt“, heißt es seitens der Polizei. Da das Fahrzeug ordnungsgemäß angemeldet und auf Privatgrund geparkt ist, seien weitere Ermittlungen nicht möglich. „Da gibt es einfach datenschutzrechtliche Grenzen!“

Wie die NÖN zwischenzeitlich erfahren konnte, wohnt der Wiener Zulassungsbesitzer den Sommer über in Krems und hat während dieser Zeit sein Auto dort abgestellt. Er ist wohlauf.