Auch im Bezirk Krems: Weltspartag ausgedehnt. Weltspartag  Um Ansammlungen zu verhindern, weiten Banken den Weltspartag auf bis zu zwei Wochen aus. Sparbuch noch immer auf Platz eins, Fonds, Aktien und Co aber immer wichtiger.

Von Johannes Mayerhofer. Erstellt am 21. Oktober 2020 (04:55)
„Weltsparwochen statt Weltspartag“: Eveline Simettinger von der Kremser Bank und Sparkassen AG präsentiert die heurigen Sparefroh-Gaben.
Johannes Mayerhofer

Ende Oktober werden wieder volle Sparschweine zur Bank gebracht, denn es ist Weltspartag (WST). Wenig bekannt ist, dass dieser Aktionstag, der vor allem die alte Generation seit der Kindheit begleitet, bis ins Jahr 1924 zurückgeht.

Weltspartag im Jahr 1924 eingeführt

Am 27. Oktober 1924 beschloss der „Internationale Sparkassenkongress“ in Mailand, dass künftig an jedem 31. Oktober festliche Stimmung in den Sparkassen und Genossenschaftsbanken herrschen sollte. Hintergrund waren eine Wirtschaftskrise und hohe Inflation.

Der WST sollte als pädagogische Maßnahme dem Sinn der Vorsorge und des „verantwortungsvollen Umgangs“ mit Geld dienen. Sparguthaben gegen Geschenke – das war der Deal. In den 1950er-Jahren feierte der Weltspartag seinen Zenit, seitdem verliert er in Mitteleuropa an Bedeutung. Was sagen Banken dazu und wie werden sie den diesjährigen WST über die Bühne bringen?

Aktionstag auf bis zu zwei Wochen verlängert

Heuer werden es statt einem mehrere Weltspartage sein, bei der Volksbank zwischen 28. und 30., bei der Unicredit Bank Austria zwischen 27. und 30. Oktober. Bei der HYPO NOE und der Kremser Bank und Sparkassen AG können bereits seit 19. und bis 30. Oktober Guthaben gebracht und Geschenke mitgenommen werden.

„Wir wollen Menschenansammlungen verhindern“, so die Institute. Gerald Mayerhofer von der Volksbank Krems meint: „Wir erwarten keine Menschenströme. Die Besucherzahlen am WST sind in den letzten Jahren gesunken. Ein Drittel unserer Kunden nutzt nur mehr Online-Banking.“ Hinsichtlich der dauerhaft niedrigen Zinsen betont die Raika, dass es neben Zinsertrag auch andere Sparmotive gebe, etwa Altersvorsorge oder Wohneigentum. Der fast durchgehende Tenor : „Wir halten am pädagogischen Gedanken und an der Tradition fest.“

Während das Rahmenprogramm wegen Corona ausfällt, sparen die Banken nicht mit Geschenken. „Für unsere jüngsten Sparer haben wir uns etwas Besonderes überlegt“, kündigt Thomas Hubauer, Kremser Hypo NOE-Filialleiter, an. So erhält jedes Kind ein Exemplar des Kinderbuchs „Hippo gibt ein Konzert“ des Autors Ferdinand Auhser.

Darüber hinaus werde es regionale Teigwaren, Mohnöl und Popcornmais geben. Besucher der Volksbank können sich auf Säfte des Traismaurer Obsthofs Altenriederer, jene der Raika über Rotweinessig vom Wachauer Weingut Eder freuen. Die Bank Austria wird einen Teil ihrer Geschenke an SOS Kinderdörfer, Schulen und Kindergärten spenden. Die Kremser Bank bietet Sparefroh-Memories, Spielkartensets und vieles mehr.

Sicherheit wichtiger als dicke Rendite?

Hat das Sparbuch an Relevanz eingebüßt? Kremser Bank-Vorstandsdirektor Hansjörg Henneis verweist auf eine IMAS-Umfrage: „Es ist für Kunden kein zeitgemäßes Sparprodukt mehr. Aktien um Co. werden wichtiger.“

Insgesamt veranlagen die Österreicher ihr Geld aber noch immer konservativ. So haben 63 Prozent ihr Geld nach wie vor am Sparbuch, und 85 Prozent der im Jahr 2018 gesparten 14,3 Milliarden Euro waren Bankeinlagen und Bargeld.

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