Kremser Patient von Notruf NÖ „vergessen“. Schwer kranker Kremser Stefan Sellwich (37) versäumte mehrere wichtige Termine in Wiener Krankenhäusern und ist sauer.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 22. April 2021 (05:58)
Immer wieder Ärger bei Rettungstransporten: Stefan Günter Sellwich auf einem Bild aus besseren Tagen mit seiner Freundin (links), die ihm auch auf seinem Leidensweg zur Seite steht.
privat

Stefan Günter Sellwich (37) aus Krems leidet gleich an mehreren seltenen Autoimmunerkrankungen und musste deshalb auch seinen Job als Filialleiter einer Handelskette aufgeben. Nur die ständige Behandlung mit regelmäßigen Kontrollen in verschiedenen Krankenhäusern (AKH Wien, Klinikum Horn, …) ermöglichen dem Mann ein einigermaßen erträgliches Leben.

Bei den laufenden Transporten zu Behandlungen und Kontrollen kommt es aber immer wieder zu Problemen. Mehrmals schon wartete Sellwich auf den Rotkreuz-Wagen, der ihn zu einem seiner Ärzte bringen sollte. „Abgesehen davon, dass ich schon mehrmals vergessen wurde, habe ich auch wiederholt deponiert, dass ich alleine transportiert werden muss“, ärgert sich Sellwich: „Ich bin mit meinem Krankheitsbild für andere Transportierte eine Gefahr, und umgekehrt gefährden mich deren Keime und Viren!“

„Ich bin mit meinen Krankheiten eine Gefahr für andere Patienten – und diese gefährden mich.“ Stefan Günter Sellwich

Dokumentiert sind verpasste Fahrten nach Wien im vergangenen Jahr und zuletzt am 8. April, als Sellwich einen Kontrolltermin in der allgemeinen Infektionsambulanz im AKH Wien versäumte. Das bestellte Rettungsauto kam nicht … Bei der Fahrt nach Horn am 15. April wurde der Kremser trotz seines Hinweises auf die Notwendigkeit eines Einzeltransports bei der Bestellung wieder nicht allein, sondern mit einer Mutter mit ihrem Kind transportiert.

Auf seine Beschwerde hin bestätigte ihm das Kremser Rote Kreuz zwar für das Krankenhaus (schon mehrmals) schriftlich, dass das Verschulden für einen verpassten Termin nicht beim Patienten liege. Doch zu Recht verweist man hier auf die Notrufzentrale NÖ, wo die Fahrten eingeteilt werden.

„Ich verstehe, dass das für den Patienten ärgerlich ist“, stellt Philipp Gutlederer von Notruf NÖ zu den Beschwerden fest. „Aber es gibt bei 4.000 Transporten und 1.000 Notfalleinsätzen pro Tag immer die Möglichkeit, dass ein Rettungsauto wegen einer Panne ausfällt.“ Teilweise habe der Patient nicht mitfahren wollen, weil ihm nicht garantiert werden konnte, dass das Team im Spital auf ihn warten werde. „Unsere Mitarbeiter sind stets um alle Patienten und -anliegen bemüht.“ Gutlederers Tipp: Der Kremser Patient solle sich künftig bei Problemen direkt per Mail an Notruf NÖ ( info@notrufnoe.at ) wenden.